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Schon mehrfach waren an der Kirche größere Baugebrechen aufgetreten, die von der Pfarrgemeinde stets auf deren Kosten zu beheben waren. Dabei tat sich vor allem die sogenannte Landpfarre besonders hervor, nachdem bereits 1812 der Kirche die Pfarrrechte entzogen wurden und zur Josefskirche verlegt worden waren.
Im Jahr 1852 hatte sich die Bevölkerung wiederum bereit erklärt, die baufällige Kirche auf ihre Kosten herzustellen. Da sich die Ausführung verzögert hatte, stellte 1859 die Baukommission aus Graz gröbste Mangel fest, vor allem große Sprünge am Mauerwerk, wodurch die Einsturzgefahr, vor allem an der Nordwand, immer größer wurde.
Schließlich wurde am 23. März 1860 die Sperre verordnet. Trotz mehrerer Versuche des Stadtpfarrers, eine Wiederherstellung zu erreichen, blieb das Los des Gebäudes vorläufig ungewiss.
In der Zwischenzeit rückte aber der Kohlebergbau Zangtal, betrieben von der Graz - Köflacher Eisenbahn- und Bergbaugesellschaft (GKB) immer näher und es wurden 1873 bereits etliche Grundstücke der Kirchenpfründe abgelöst.
Schließlich erfolgte 1876 im Bereich der Kirchengründe ein großer Einbruch der Stollen und so musste der Dechant auf Ablöse und Entschädigung drängen. Wenn auch vorerst mit einer Verpachtung das Auslangen gefunden werden konnte, so wurde bereits am 5. Jänner 1880 die Gesamtablöse rechtskräftig. Die GKB drängte weiterhin auf den gänzlichen Verkauf der Kirchengründe und betrieb schließlich zwangsweise ein Enteignungsverfahren. So blieb der Pfarre als sinnvoller wirtschaftlicher Ausweg nur noch der Verkauf, womit auch das Schicksal der ältesten Kirche Voitsbergs unmissverständlich klar wurde.
Durch den 1888 eröffneten neuen Stadtfriedhof schien zuletzt auch die Frage des Friedhofs rund um die Margarethenkirche gelöst, wenngleich bis 1890 noch immer vereinzelt Totenmessen in St. Margarethen gehalten wurden. Die Abtragungskommission trat am 14. Juni 1890 in der Margarethenkirche zusammen. Dies war der letzte offizielle Akt, bevor mit dem Abtragen und Demolieren begonnen wurde.
Gottfried Allmer, Historiker
© Dekanat Voitsberg 2006, 2007 - Letzte Aktualisierung dieser Seite am 6. 8. 2008