Termine
Hier können Sie die wichtigsten Inhalte aller bisherigen Pfarrblätter nachlesen oder eines der letzten Hefte komplett herunterladen.

Wort des Pfarrers
Überrascht und dankbar
Thema
Volk Gottes unterwegs
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Pfarrblatt 101
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Wie viele meiner Mitbrüder hatte ich im Zusammenhang mit der Vorbereitung der PGR-Wahl eher gemischte Gefühle. Vor allem die Frage, ob es wieder genügend Frauen und Männer geben wird, die bereit sein werden das Amt zu übernehmen, beschäftigte mich doch sehr. Es wird ja allgemein, was Ehrenamtlichkeit anlangt, in den verschiedenen Einrichtungen nicht leichter, Menschen zu begeistern.
Zusammenfassend muss ich nun nach erfolgter Wahl sagen, dass ich sehr positiv überrascht bin. Unser Modell der Urwahl könnte wahrscheinlich etwas verbessert werden, weil, wie ich gehört habe, für manche die Informationen über den Wahlvorgang nicht klar genug waren; dadurch bedingt war die Wahlbeteiligung auch nicht viel höher als der Kirchenbesuch. Aber ein erstes sehr Positives: die abgegebenen Stimmzettel waren sehr gewissenhaft und überlegt ausgefüllt; man merkt, dass diejenigen, die sich der Mühe unterzogen haben, an der Wahl teilzunehmen, sich auch wirklich Gedanken darüber gemacht haben, wem sie ihre Stimme geben. Insgesamt kamen 262 Frauen und Männer zur Nennung.
Das zweite, für mich besonders Erfreuliche ist, dass die Frauen und Männer mit den meisten Stimmen die Wahl auch angenommen haben. Nur einige Wenige haben - mit zu akzeptierenden Gründen - abgelehnt. Es war überhaupt keine große Mühe unsere insgesamt 20 PfarrgemeinderätInnen zu finden. Viele sahen ihre Wahl auch als Ehre an. Das hat auch mich sehr gefreut, und von dieser allgemein freudvollen Stimmung war auch die konstituierende Sitzung geprägt. Ich spüre, die Pfarre ist wieder gut vertreten, und die Gewählten haben diesen Dienst gern angenommen.
Eine ganz besondere Bereicherung gibt es neuerdings: Während jeder PGR-Sitzung werden einige aus der Pfarre vor dem ausgesetzten Allerheiligsten für uns beten, dass der Geist Gottes uns bei den Beratungen und Beschlüssen begleiten möge. Für diese Initiative bin ich äußerst dankbar.
Ich bin sicher, wir sind weiter auf einem guten Weg, den Menschen in einer für die Kirche nicht leichten Zeit Hoffnung und Zuversicht schenken zu können.
Der neue Pfarrgemeinderat setzt sich zusammen aus:
18 Gewählten (Vorstellung Seite 8 und 9)
2 Delegierten (siehe Seite 3)
5 Amtlichen (Priester und Pastoralassistenten, Seiten 2 u. 3)
Ihr Dechant und Pfarrer Dr. Erich Linhardt
Am 18. März 2012 wurden in ganz Österreich die neuen Pfarrgemeinderäte für die nächsten fünf Jahre gewählt, am 24. April 2012 fand in der Pfarre Voitsberg die konstituierende Sitzung dieses Gremiums statt.
Mitglieder des Pfarrgemeinderates (PGR) sind neben den gewählten Frauen und Männern der Pfarrer und die hauptamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Pfarrseelsorge (Kapläne, Pastoralassistenten)sowie Vertreter der Religionslehrer. Der PGR kann zusätzlich weitere Personen aus der Pfarre wegen besonderer Kenntnisse oder Aufgaben in den Pfarrgemeinderat berufen.
Geleitet wird der Pfarrgemeinderat vom Pfarrer als Vorsitzenden und einem von den Pfarrgemeinderäten gewählten geschäftsführenden Vorsitzenden. Bei uns in Voitsberg wurde bei der konstituierenden Sitzung für diese Funktion Sabine Spari gewählt, zu ihrer Stellvertreterin Dr. Karina Preiß-Landl.
Die Pfarrgemeinderäte gehen auf eine Anregung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) zurück. Im Konzilsdekret über das „Apostolat der Laien“ wurde die Einrichtung beratender Gremien in den Pfarrgemeinden empfohlen. Die Diözese Graz-Seckau gehörte zu den Pionieren bei der Umsetzung: Bereits 1969 wurden in der Steiermark – ebenso wie in Salzburg – die ersten Pfarrgemeinderäte Österreichs gewählt. Heute gibt es sie in allen der rund 3.000 österreichischen Pfarren. Ihnen gehören insgesamt rund 45.000 Personen an, davon 30.000 gewählte Mitglieder. Die Zahl der Mitglieder eines Pfarrgemeinderates hängt von der Größe der Pfarre ab, in Voitsberg sind es 18 gewählte Vertreter. Vom Pfarrgemeinderat werden auch die Wirtschaftsräte gewählt, die ausschließlich für die wirtschaftlichen Belange einer Pfarre zuständig sind.
Die Diözesanverantwortlichen der Pfarrgemeinderäte Österreichs haben ein Rahmenleitbild über Sinn und Zweck des Pfarrgemeinderates erarbeitet, in dem es unter anderem heißt:
Der Pfarrgemeinderat ist ein Leitungsgremium, das für das Leben und die Entwicklung der Pfarrgemeinde Mitverantwortung trägt. Zusammen mit dem Pfarrer gestalten gewählte Frauen und Männer das Pfarrleben als Ausdruck der gemeinsamen Verantwortung aller Gläubigen.
Ausgehend von der Situation der Menschen am Ort, dem sozialen und kulturellen Milieu, arbeitet der Pfarrgemeinderat an der Entwicklung der Gemeinde, damit sie als Lebensraum des Evangeliums glaubwürdig ist.
Der Pfarrgemeinderat als Leitungsgremium berät in regelmäßigen Sitzungen, was zu tun ist, legt Ziele und Prioritäten fest, plant und beschließt die dazu erforderlichen Maßnahmen, sorgt für deren Durchführung und überprüft die Arbeit, ihre Zielsetzung und Entwicklung.
Er macht nicht alles selbst, sondern richtet Fachausschüsse ein oder delegiert Aufgaben an Einzelne oder Gruppen.
Der Pfarrgemeinderat sorgt sich um die personellen, räumlichen und finanziellen Voraussetzungen der Pfarrgemeinde, bemüht sich um Information, Meinungsbildung und Austausch von Erfahrungen, stimmt die Interessen der Einzelnen und Gruppen aufeinander ab, koordiniert deren Aktivitäten, gewährleistet die Vielfalt des pfarrlichen Lebens und vertritt die Pfarrgemeinde nach außen.
Durch Weiterbildung stärken die Mitglieder des Pfarrgemeinderates die Kompetenz für ihre Aufgaben.
Frauen und Männer im Pfarrgemeinderat pflegen einen Umgang, der ihre Orientierung an Christus erkennen lässt. Sie schätzen und ermutigen sich gegenseitig, achten die Meinung anderer, vertreten ihre Anliegen in offener und ehrlicher Rede, lernen mit und voneinander, trauen einander etwas zu und übernehmen Verantwortung.
Der Pfarrgemeinderat gestaltet seine Arbeit sachgemäß und strukturiert seine Sitzungen. Er nimmt sich auch Zeit, gemeinsam zu beten und zu feiern.
Der Pfarrgemeinderat sieht sich mit dem Pfarrer im gemeinsamen Dienst für die Pfarre verbunden. Er akzeptiert die unterschiedlichen Rollen, Kompetenzen und Aufgaben.
Kaplan Martin M. Trummler

Wort des Pfarrers
Am Anfang war das Wort
Thema
Pfarrwallfahrt ins Heilige Land
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Pfarrblatt 100
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Als ich im Jahre 1997 Pfarrer von Voitsberg wurde, war eine der ersten Besprechungen, die ich mit einem Mitarbeiter der Pfarre hatte, die mit Marko Lantos, der damals an der HS II Religion unterrichtete. Dabei nannte er mir auch eines seiner großen Anliegen: wieder ein Pfarrblatt für Voitsberg (das letzte unter dem Namen „Blitzlicht Neu“ war 1987 erschienen) zu kreieren. Aber – was besonders wichtig war – er hat nicht nur dieses Anliegen als Wunsch ausgesprochen, sondern auch seine Mitarbeit angeboten. Nachdem wir mit Peter Ofner sehr bald einen zweiten ebenfalls an der Thematik Pfarrblatt interessierten Mitarbeiter gefunden hatten, wagten wir uns gemeinsam mit dem damaligen Kaplan Mag. Josef Kranzl an die Planung einer ersten Ausgabe mit dem Titel „Voitsberger Pfarrblatt“. Marko Lantos war von der ersten bis zur gegenwärtig 100. Nummer für das Layout verantwortlich, wofür ich ein herzliches Danke sage.
Die Gestaltung der Zeitung – in welcher Verpackung transportiere ich einen Inhalt – ist sehr entscheidend für die Akzeptanz eines Printmediums: Und unser Pfarrblatt kommt vor allem auch deswegen bei den Leuten gut an. Auch der zweite „Mann der ersten Stunde“, Peter Ofner, ist noch immer dabei; er zeichnet für Fotos und Berichte über das Pfarrgeschehen verantwortlich. Auch ihm ein großes Danke. Zu diesen beiden gesellte sich etwas später Pastoralassistent Martin Rapp und ein Vertreter aus dem PGR sowie die jeweiligen Kapläne, die mehr oder weniger eingebunden waren. Das derzeitige Pfarrblatt-Team bilden Pfarrer Erich Linhardt, Kaplan Martin M. Trummler, Sabine Spari, Marko J. Lantos, Peter Ofner und Gerald Fuchs. Jetzt halten Sie die 100. Ausgabe in Händen, für die sich unser Layouter einige Veränderungen einfallen ließ.
Ein herzliches Vergelt‘s Gott allen, die während der letzten 14-einhalb Jahre an der Herausgabe mitgewirkt haben. Ich bin sehr sehr dankbar dafür, dass wir dieses Medium haben. Dadurch bleiben wir mit unserem kirchlichen Leben in den Haushalten präsent und können dadurch vielleicht doch vermehrt zum Segen für die Menschen werden.
Ihr Dechant und Pfarrer Dr. Erich Linhardt
Im Frühjahr 2007 verbrachte ich mit zwanzig Seminaristen aus ganz Österreich – im Rahmen der Priesterausbildung – fünf Wochen in Israel. Drei Wochen lebten wir in Nazareth, eine Woche in Tabgah am See Genezareth und eine Woche im österreichischen Hospiz in der Altstadt von Jerusalem. Mit der Bibel in der Hand waren wir jeden Tag auf den Spuren Jesu unterwegs im Heiligen Land – ich denke, ich bin in meinem Leben nie so viel zu Fuß unterwegs gewesen wie in diesen Wochen.
Natürlich sind auch fünf Wochen zu wenig, um das ganze Heilige Land wirklich kennenzulernen. Man liest die Heilige Schrift aber mit einem ganz anderen Bewusstsein, wenn man einmal die wichtigsten Stätten des Lebens und Wirkens Jesu mit eigenen Augen gesehen hat. Nicht umsonst wird das Heilige Land auch das „fünfte Evangelium“ genannt.
Von diesem Land war ich so fasziniert, dass ich mir damals vorgenommen habe: Sobald ich Pfarrer bin, werde ich eine Wallfahrt ins Heilige Land organisieren. Ich bin Dechant Dr. Erich Linhardt sehr dankbar dafür, dass er mich diese Reise schon als Kaplan in „seiner“ Pfarre veranstalten hat lassen. Umso mehr, als er ja selber ausgesprochen reisefreudig ist…
Unsere Reise begann am 18. Februar um 8 Uhr mit einer Heiligen Messe in der Josefskirche, Dechant Linhardt spendete uns den Pilgersegen. Dieser hat seine Wirkung nicht verfehlt: Die Woche in Israel verlief völlig ohne Pannen und Probleme, wenn man von grippalen Infekten absieht, mit denen einige Teilnehmer zu kämpfen hatten. Einen Bericht von Anita Spari über unsere Pfarrwallfahrt finden Sie auf den Seiten 8/9.
An dieser Stelle möchte ich mich auch bei Dr. Salah Adameh aus Jerusalem ganz herzlich bedanken, der uns auf kompetente und humorvolle Weise durch das Land geführt hat. Und natürlich ganz besonders bei Mag. Christof Müller vom Reisebüro Logos. Seine lebendige Präsentation der entsprechenden Bibelstellen bei den von uns besuchten Wirkungsstätten Jesu trug wesentlich zum intensiven Erleben des Heiligen Landes bei. Danken möchte ich auch Sieglinde Uhl, die den Autobus für die Fahrt Voitsberg – Flughafen Graz – Voitsberg organisiert hat. Und natürlich auch allen übrigen Teilnehmern für die beispielhafte Disziplin (z.B. Pünktlichkeit!) und die positive Einstellung – die unglaublich gute Stimmung „hielt“ bis zur Ankunft daheim – ein herzliches DANKE!
Kaplan Martin M. Trummler

Wort des Pfarrers
Gut, dass es die Pfarre gibt
Thema
Pfarrgemeinderat - was ist das?
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Pfarrblatt 99
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Das Thema der heurigen PGR-Wahl möchte ich im diesmaligen Wort des Pfarrers etwas deuten:
Die Kirche ist der fortlebende Jesus Christus, der „für uns und zu unserem Heil Mensch geworden ist“, und so hat die Kirche diese Wahrheit, für die Menschen und zu ihrem Heil dazusein, fortzusetzen. Die Pfarre ist „vor Ort“ die konkrete Ausformung von Kirche, durch sie soll dieser menschenfreundliche Gott spürbar werden. Alles, was wir tun, hat diesem Auftrag zu dienen. Die vielen Angebote der Pfarre Voitsberg möchten eben das aufzeigen: Wir sind für die Menschen da, weil Gott für sie da ist. Seelsorger, Pfarrgemeinderäte und viele andere Mitarbeiter möchten Wege und Hilfen zur Lebensgestaltung weitergeben, welche sie nicht selbst erfunden haben, sondern die Gott uns vor allem in Jesus gebracht hat.
Die Pfarre ist kein Selbstzweck, sondern dient dem Menschen und möchte seine Gottesbeziehung fördern, weil das der einzige Fortschritt ist, der wirklich zählt. Wir sind davon überzeugt, dass die Haltungen, die Gott uns vor allem in Jesus gezeigt hat, stimmen. Unser Leben gelingt trotz negativer Situationen, wenn wir uns an Gott halten. Das den Menschen zu bezeugen, sind wir da. Wie Gott geht es auch uns ausschließlich um sie. Wir als Pfarre sind weder gewinnorientiert, noch soll irgendwelche Macht ausgeübt werden.
Wir können, denke ich, ohne Übertreibung sagen: „Gut, dass es die Pfarre gibt“, weil von ihr vieles an Positivem in die Gesellschaft hereingetragen wird. Darum lade ich herzlich ein, sich an der PGR-Wahl zu beteiligen und sich Gedanken zu machen, wer in Zukunft in der Pfarre Verantwortung mittragen soll, damit sie für uns weiterhin eine große Hilfe und eine Quelle der Kraft und der Zuversicht sein kann.
Ihr Dechant und Pfarrer Dr. Erich Linhardt
Winfried Berchtold
1. Was war meine Aufgabe im PGR?
Ich bin seit zehn Jahren Vorsitzender des Pfarrgemeiderates. Mein Verantwortungsbereich liegt darüber hinaus in der Organisation verschiedener Feste wie z.B. Pfarrball, Erntedank, Fronleichnam und lebende Krippe im Klosterhof. Wo ich gebraucht werde, helfe ich mit.
2. Warum spielt der Glaube eine wichtige Rolle in meinem Leben?
Ohne Glauben geht für mich gar nichts. Ich vertraue darauf, dass Gott uns hilft.
Mag. Sabine Pölzl
Zu 1) Während der Sitzungen der letzten PGR-Periode war ich als Schriftführerin mit dem Verfassen der Protokolle und der Tagesordnungen beschäftigt. Über diese Tätigkeit hinaus sah ich meine Aufgabe in der pfarrlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und so wurde mir die Vorbereitung der Firmlinge auf den Empfang des Sakraments in den letzten Jahren ein großes Anliegen.
Zu 2) Der Glaube an einen liebenden Gott gibt mir in meinem Leben Kraft und Orientierung. Er lässt mich auf das Gute in jedem einzelnen Menschen hoffen.
Sabine Spari
Zu 1) In der letzten PGR-Periode war ich mit einigen anderen Personen für die Bereiche Familie und Öffentlichkeitsarbeit zuständig.
Zu 2) Der Glaube an die Liebe gibt mir Kraft. Es ist schön, die Gewissheit zu haben, angenommen zu sein. Für mich ist der Sonntag der Tag zum Kraft tanken.
Maria Kassler
Zu 1) Durch meine ehrenamtliche Tätigkeit bei der Gestaltung der Ministrantenstunden, der Erstkommunionvorbereitung und den diversen Veranstaltungen der Jungschar war ich auch im Pfarrgemeinderat in den letzten fünf Jahren als Kinder- und Jugendvertreterin tätig. Bei verschiedenen Veranstaltungen war ich für das Wohngebiet Grazer Vorstadt zuständig. Es macht mir sehr viel Freude, meine von Gott gegebenen Talente und Fähigkeiten in der Pfarre einzusetzen.
Zu 2) Im Alltag gibt mir der Glaube Orientierung und in vielen Situationen Freude, Licht, Hoffnung und Trost. Gottes Liebe wird für mich durch das Arbeiten mit Kindern erfahrbar.
Roswitha Grinschgl
Zu 1) Meine Aufgabe als PGR und Mitglied des Wirtschaftsrates war, Entscheidungen mitzutragen und in verschiedenen Bereichen mitzuarbeiten.
Zu 2) Der Glaube ist für mich Unterstützung in allen Belangen. Eine Tankstelle, um Kraft zu tanken für die Mühen im Alltag.
Kunigunde Krammer
Ich sehe es als Bereicherung meines Lebens, mit Menschen persönlich in Kontakt zu treten. War es mit jungen Menschen bei den Sternsingern oder jetzt mit älteren Menschen im Rahmen der Altenpastoral. Das Führen von Gesprächen, das Gefühl des „Gebrauchtwerdens“ und das Erfahren von Gemeinschaft mit Jung und Alt im Pfarrgemeinderat helfen mir persönlich, Krisen zu überwinden und sind für mich Kraftquellen.
Markus Oswald
Zu 1) Meine Aufgabe war, im Wirtschaftsrat tätig zu sein. Es ging um die beratende Funktion in Sachen Wirtschaftsangelegenheiten in der Pfarre. Kirchliche Feste durfte ich mitgestalten und die kirchliche Gemeinschaft fördern.
Zu 2) Ich bin schon von Kindheit an sehr gläubig aufgewachsen und habe dadurch erfahren, dass der Glaube in der Familie und im Beruf eine wichtige Rolle spielt, da der Zugang zu den Menschen ein anderer ist als ohne Glaube. Ich glaube an Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat, und ich bete, dass unsere Welt weiter fortbesteht im Glauben und in der Liebe. Ich will Vorbild sein für unsere Kinder und Jugendlichen, dass auch sie im Glauben gestärkt werden. „Wo Glaube, da Liebe. Wo Liebe, da Friede. Wo Friede, da Segen. Wo Segen, da Gott. Wo Gott, keine Not!“
Elisabeth Schabel
Zu 1) Ich arbeite im Liturgieausschuss mit. Dort habe ich die Aufgabe, das Schmücken der Kirche zu den Festlichkeiten zu organisieren (z.B. Ostern, Fronleichnam, Erntedank, Advent…) und mitzuhelfen, wo ich gebraucht werde. Auch bei der Caritas bin ich aktiv. Als Altenpastoralmitarbeiterin bringe ich an den Geburtstagen den Geburtstagskindern Glückwünsche und ein Präsent der Pfarre.
Zu 2) Ich finde im Glauben immer wieder die Kraft, für meine Familie und meine Mitmenschen da zu sein und alles anzunehmen und für mich positiv zu sehen.
Waltraud Schirgi
Zu 1) Meine Arbeit im PGR sehe ich vorrangig in der Unterstützung unserer Seelsorger.
Mein besonderer Bereich galt der Organisation diverser kirchlicher Feste und der Öffentlichkeitsarbeit. Wichtig sind mir immer die Kontakte und Gespräche mit den Menschen unserer Pfarre. Voraussetzung für die Arbeit im PGR ist die Freude am Gestalten des Pfarrlebens, aber auch die Fähigkeit Kompromisse einzugehen und zu akzeptieren.
Zu 2) Glaube ist für mich Halt im Leben und doch Freiheit, Wissens- und Kraftquelle, Lebenshilfe, Gnade und der Weg zu Gott!
Es lohnt sich, unserer Kirchengemeinschaft anzugehören, denn in der Gemeinschaft „geht“ sich‘s leichter.

Wort des Pfarrers
Wir haben ein Licht
Thema
25 Jahre Friedenslicht aus Bethlehem
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Pfarrblatt 98
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Oft hört man den Satz: „Bei dem sehe ich kein Licht mehr.“ Schwierige Situationen im Leben können dazu veranlassen, das zu denken, keine Chance auf einen positiven Ausgang zu sehen.
Das Licht steht ja für Positives: Für Wärme, Orientierung, Wohlfühlen… Das Licht ist deshalb auch ein Symbol für Gott; viele Stellen in der Bibel sagen uns das. Jetzt zu Weihnachten ist das Licht vor allem ein Bild für den menschgewordenen Gott Jesus Christus. Und spätestens seit diesem Ereignis, seit Gott ein Mensch geworden ist, kann die Aussage: „Ich sehe für jemanden kein Licht mehr“, nicht mehr gelten. Denn das Licht, das durch Gott in die Welt gekommen ist, lässt sich nicht mehr ausblasen. Durch niemanden und nichts! Wir können es zwar verstellen und zudecken: im eigenen Leben und durch unser Tun da und dort leider auch für andere. Wir haben auch die Freiheit, es nicht zu akzeptieren, nicht sehen zu wollen. Aber es ist da und bleibt da, und es ist die einzige Orientierung, die eindeutig nur richtig ist.
Wenn wir das äußerst beliebte Friedenslicht von Bethlehem in die Häuser holen, dann sollen wir folgendes bedenken: Wir dürfen uns freuen, weil wir im Leben ein Licht haben, aber wir sollen auch wissen, für wen dieses Licht steht. Nämlich für Jesus Christus, den wir dann auch im Leben DIE Orientierungsrolle spielen lassen müssen. Dadurch erst wird das Licht ein Symbol für eine großartige, das gesamte Leben umfassende, spürbare Wirklichkeit.
Ihr Dechant und Pfarrer Dr. Erich Linhardt
Seit 25 Jahren gibt es das „Friedenslicht aus Bethlehem“. Was ursprünglich als einmalige Aktion geplant war, hat sich schnell zu einem europäischen Brauchtum entwickelt.
Entstanden ist dieser Weihnachtsbrauch 1986 im ORF-Landesstudio Oberösterreich. Das Friedenslicht aus Bethlehem war eigentlich nur als eine einmalige Aktion für „Licht ins Dunkel“ gedacht. Nachdem es aber von den Menschen mit so großer Begeisterung aufgenommen worden war, wurde es zu einem festen Bestandteil der Aktion „Licht ins Dunkel“. Inzwischen ist es als ein Symbol des Weihnachtsfriedens in ganz Europa verbreitet. Das Licht erinnert die Menschen daran, sich für den Frieden einzusetzen. Alle Menschen, gleichgültig welchem Volk und welcher Religion sie angehören, sind aufgefordert, in ihrem Bereich und in ihrem Leben Frieden zu schaffen. So wie die kleine Flamme millionenfach von Kerze zu Kerze, von Hand zu Hand weitergegeben wird, so muss auch der Friede von Mensch zu Mensch wachsen. Für uns Christen ist das Friedenslicht aus Bethlehem zusätzlich ein Zeichen für Christus, das Licht der Welt, das wir weitergeben müssen.
Entzündet wird das Friedenslicht traditionell von einem oberösterreichischen Kind in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem. Nach Österreich wird es von den Austrian Airlines gebracht. Freilich kann das Friedenslicht nicht einfach als Handgepäck in der Maschine mitgenommen werden. Dem Transport in einer Speziallampe im Flugzeug gehen viele Behördenwege und Ansuchen um Genehmigungen voraus. An Bord muss das Friedenslicht ständig von den Austrian-Mitarbeitern betreut werden. Nicht nur aus Gründen der Sicherheit, sondern weil durch die unterschiedlichen Druckverhältnisse während des Fluges und den damit verbundenen wechselnden Sauerstoffverhältnissen die Flamme immer wieder nachjustiert werden muss.
In den Tagen vor Weihnachten wird das Licht von Vertretern der Pfadfinder, der Feuerwehrjugend, des Roten Kreuzes, des Samariterbundes, der ÖBB, des Bundesheeres und Freunden des Friedenslichtes aus Deutschland, Italien, Tschechien und der Schweiz im ORF-Landesstudio Oberösterreich in Linz abgeholt, und in 25 europäischen Ländern verteilt.
Kaplan Mag. Martin M. Trummler

Wort des Pfarrers
Die Realität des Todes
Thema
Totentanz
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Pfarrblatt 97
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Die Totentänze wollen auf die Realität des Todes als Teil des Lebens hinweisen, uns auch daran erinnern, dass wir uns bereits im Leben mit dem Tod befassen sollen, weil er unausweichlich auf uns zukommt. Je mehr ich mich damit beschäftige, desto geringer wird die Angst davor. Auch meine Lebenseinstellungen verändern sich dann. Vieles von dem, was ich an Geschaffenem allzu wichtig nehme, wird zweitrangig, weil ich zur Kenntnis nehmen muss, dass alles vergänglich ist und ich nichts auf Dauer erhalten beziehungsweise mir aneignen kann.
Der Tod ist also eine Realität, an der ich auch bei noch so großer Anstrengung nichts ändern kann. Was soll ich angesichts dieser Wirklichkeit also tun? Das Leben zumindest bis dorthin in vollen Zügen genießen und schauen, dass ich ja überall das Maximum für mich heraushole? Und wenn es nicht gelingt, ist alles sinnlos? Was ist mit beeinträchtigtem, behindertem Leben, das schon von Haus aus in dieser Welt zu kurz zu kommen scheint?
Wir Christen haben darauf eine großartige Antwort: Wir glauben, dass nach dem Tod nicht nichts ist, sondern einer auf uns wartet, der uns in seine Liebe einschließt und dadurch alles ganz macht. Am Hochfest Allerheiligen feiern wir, dass diese Überzeugung eine Wirklichkeit für uns Menschen ist, die Unzählige bereits erfahren dürfen. Zusammengefasst gesagt: Wir werden in die Liebe Gottes hineingenommen. Wir sind aus Liebe zur Liebe geschaffen. Es ist das einzig Wichtige und Sinnvolle im Dasein, die Liebe zu leben, sich hinzugeben, sich zu verschenken. Es ist der einzige Schatz, der bleibt und den ich mitnehme über die Schwelle des Todes.
Wenn ich bedenke, dass der Tod alles Geschaffene beendet, dadurch alles Unvollkommene abfällt und dann nur mehr die Liebe zählt, wird vieles im Leben einfacher.
Ihr Dechant und Pfarrer Dr. Erich Linhardt
Seit es künstlerische Darstellungen gibt, war die Macht des Todes über den Menschen ein wichtiges Thema im Bereich der Kunst. Dem europäischen Totentanz ähnliche Darstellungen gibt es schon bei den alten Ägyptern und anderen Kulturen.
In unserem Kulturkreis entwickelte sich der Totentanz als eigene Kunstform im 14. Jahrhundert. Auslöser dafür waren Pest und Missernten, die in den Jahren 1347 bis 1353 Europa heimsuchten und denen rund ein Drittel der Bevölkerung zum Opfer fiel. In dieser Zeit gab es in vielen europäischen Regionen das Phänomen der „Tanzwut“, die möglicherweise dem Totentanz seinen Namen gab: Aus Verzweiflung und Panik über die Seuche und sicher auch, um sich von der unberechenbaren Bedrohung abzulenken, tanzten die Menschen oft so lange, bis sie in Ekstase verfielen. Dadurch wurde häufig jegliches Gefühl für Erschöpfung ausgeschaltet und sie tanzten, bis sie bewusstlos und manchmal auch tot zusammenbrachen. Aus dieser Zeit soll auch der in Süditalien beheimatete Volkstanz Tarantella (bedeutet „kleine Tarantel“) stammen.
Die Kunstform des Totentanzes wurde von der Obrigkeit nicht zuletzt deshalb gefördert, weil sie in der mittelalterlichen Gesellschaft eine stabilisierende Funktion hatte: Vor dem Tod sind alle Menschen gleich. Da in den alten Darstellungen der Tod den Armen fast immer freundlicher entgegentritt als den Reichen, verwiesen sie auf eine später folgende ausgleichende Gerechtigkeit. Auch die Kirche förderte den Totentanz, weil sie die Gläubigen mit der Erinnerung an Tod und Gericht zu einem gottgefälligen Leben auffordern wollte. Beide Aspekte – der gesellschaftliche und der religiöse – konnten der Bevölkerung am besten mit eindringlichen Bildern und einfachen Texten in Reimform nahegebracht werden.
Den Totentanz gibt es in den verschiedensten Ausdrucksformen: Ursprünglich vermutlich als dramatische Dichtung, später in bildhaften Darstellungen. Auch in der Musik- und Filmwelt gibt es zahlreiche Totentanz-Motive. Zu den bekanntesten Künstlern, die sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt haben, gehören unter anderen Johann Wolfgang von Goethe, Rainer Maria Rilke, Peter Paul Rubens, Bert Brecht, Thomas Mann, Walt Disney und Stephen King.
Heute stehen im Zusammenhang mit dem Totentanz nicht mehr „erzieherische“ Intentionen im Vordergrund, sondern allgemein das weite Thema des menschlichen „Sterbenmüssens“.
Kaplan Martin M. Trummler

Wort des Pfarrers
Der Mensch ist mehr...
Thema
DANK für die Ernte
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Pfarrblatt 96
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Immer mehr von uns leiden an psychischen Erkrankungen, werden dadurch arbeitsunfähig, ja bewältigen oft den einfachen Alltag nicht mehr. Diese Erfahrung machen viele, die von Menschen mit Problemen kontaktiert werden, wie zum Beispiel MitarbeiterInnen in der Telefonseelsorge. Was ist die Ursache dafür, dass diese Erkrankungen rapide ansteigen?
Ich meine, dass der Grund vor allem darin liegt, dass der Mensch am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft überhaupt nicht mehr als solcher in seinem Gesamtsein, mit all dem, was ihn ausmacht – auch mit seinen Fehlern und Schwächen – angenommen wird. Er wird immer weniger mit seiner gesamten Personwürde als das von Gott aus Liebe geschaffene einzigartige Individuum gesehen, das immer Wert hat, auch wenn die äußeren Umstände noch so beeinträchtigt sind. Es mangelt an einem ehrfurchtsvollen Umgang miteinander, vor allem wenn jemand da und dort zur Belastung wird.
Der Mensch wird zusehends zu einem Produktionsfaktor degradiert, der ausgetauscht wird, wenn er nicht mehr funktioniert; zum Konsumenten, von dem man nur das Geld will und den man auch nur deswegen hofiert. Er wird im wahrsten Sinn des Wortes immer mehr ausgebeutet. Wir spielen mit unserer einmaligen Gottesebenbildlichkeit immer weniger Rolle – und das macht die Seele krank. Der Einzelne wird nicht mehr um seiner selbst Willen so geliebt, wie er ist, sondern nur insofern er einen Profit abwirft. Wenn er dann vielleicht sogar noch zur Last wird, schiebt man ihn beiseite.
Vielleicht hängt dieser verachtende Umgang mit Menschen auch damit zusammen, dass Gott immer weniger Bedeutung hat. Denn wenn ich glaube, dass Gott uns als sein Ebenbild aus Liebe geschaffen hat, dass daher jeder wesentlich und wichtig ist, dass Gott sich in Christus mit jedem solidarisiert – auch mit dem in den Augen der Welt Geringsten –, gehe ich auch mit meinem Nächsten anders um.
Daher müssten gerade wir Christen in der menschlichen Begegnung einen Kontrapunkt zur momentan gängigen Haltung setzen. Jeder kann es in den Bereichen tun, in denen er mit anderen zusammen kommt, in denen er Verantwortung im eigenen kleinen Kreis hat. Ein dringender Auftrag an uns in der heutigen Zeit.
Ihr Dechant und Pfarrer Dr. Erich Linhardt
Das Erntedankfest ist kein von der Kirche „vorgeschriebenes“ Fest. Es ist aber eine tief in allen Religionen verwurzelte Grundhaltung, für „die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit“, wie es bei der Gabenbereitung zur Eucharistiefeier heißt, zu danken. Ein Mensch, der sich selbst als Geschöpf Gottes sieht, kann eigentlich gar nicht anders, als seine Nahrung letztlich als von Gott geschenkt betrachten, auch wenn Ackerbau und Viehzucht viel menschliche Arbeit erfordern.
Schon Kain und Abel feierten Erntedank, wenn sie von ihren ersten „landwirtschaftlichen Erträgen“ Gott ein Opfer darbrachten: Kain als Ackerbauer „von den Früchten des Feldes“, Abel als Viehzüchter „von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett“, wie das Buch Genesis, das erste Buch des Alten Testamentes, berichtet.
Im Judentum wird sogar zweimal Erntedank gefeiert: Zu Pfingsten wird speziell der Abschluss der Weizenernte gefeiert, beim sogenannten Laubhüttenfest, das an die Flucht des jüdischen Volkes aus der ägyptischen Knechtschaft erinnert, wird für die Ernte allgemein gedankt.
In der Katholischen Kirche wird Erntedank nachweislich seit dem 3. Jahrhundert gefeiert. Es gibt allerdings dafür keinen einheitlichen Termin, weil die Erntezeit je nach Klimazone verschieden ist. Auch die Gestaltung dieses Festes ist von Region zu Region sehr unterschiedlich und oft von regionalen Brauchtumselementen geprägt. Heute sind kirchliche Erntedankfeiern meistens in Sonntagsgottesdiensten integriert und häufig mit Solidaritätsaktionen für notleidende Menschen verbunden.
Umweltkatastrophen wie kürzlich in Japan oder die Dürre in Ostafrika erinnern uns immer wieder an unsere Abhängigkeit von der Natur und die notwendige Dankbarkeit gegenüber Gott für unsere Nahrung. Die Art, wie wir Erntedank feiern, ist letztlich auch ein Ausdruck dafür, wie dieses Bewusstsein in uns verankert ist.
Kaplan Martin M. Trummler
Das Erntedankfest beginnt in Voitsberg am Hauptplatz um 9 Uhr mit der Segnung der Erntegaben und des Erntewagens. Anschließend geht es in einer Prozession zur Josefskirche, wo die Hl. Messe gefeiert wird. Mit der Gestaltung des Erntedankfestes ist auch sehr viel Vorbereitungsarbeit verbunden. Jedes Jahr übernehmen die Pfarrbewohner eines bestimmten Ortsteils diese Arbeit. So waren in den vergangenen Jahren die Pfarrgebiete Lobmingberg, Arnstein, Kowald, Teigitschgraben, Hochtregist und Rosental an der Reihe. Es geht vor allem darum, die Erntekrone zu erneuern, die Kirche zu schmücken und einen Erntewagen zu gestalten. Dafür sind viele Hände notwendig – DANKE allen Helfern.
Das gespendete Obst und Gemüse wird den Schwestern am Karmel (Hl. Berg in Bärnbach) zur Verfügung gestellt.
Wie bereits im Vorjahr, so besteht auch heuer wieder die Möglichkeit, beim Erntedankfest den VinziMarkt in Voitsberg mit Lebensmittel- bzw. Geldspenden zu unterstützen. Vielen Dank im Voraus!
Sabine Spari

Wort des Pfarrers
In den Himmel schauen
Thema
Urlaub von Gott?
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Pfarrblatt 95
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Im August feiern wir das „Fest der Verklärung des Herrn“. Die drei Apostel Petrus, Johannes und Jakobus dürfen auf dem Berg Tabor gleichsam kurz in den Himmel schauen. Sie sehen Jesus strahlend und leuchtend als „himmlisches Wesen“ und dabei Mose und Elija, die zwei großen Gestalten des Volkes Israel. Für die drei ein so großartiges Erlebnis, dass sie es festhalten wollen, aber es gelingt nicht. Kurze Zeit später ist Jesus wieder allein bei ihnen. Dieser kurze Blick in den Himmel aber, so sagt man, schenkt ihnen Kraft, das Leiden und den Tod Christi annehmen zu können.
Wir sollten die Urlaubszeit nützen, wieder vermehrt „in den Himmel zu schauen“, um daraus wie die Apostel Kraft zu schöpfen, die Alltäglichkeiten und Widerwärtigkeiten leichter zu ertragen.
Wie kann das geschehen? Im Schönen, Guten und Großartigen der Welt blitzt immer die Wirklichkeit Gottes durch, der allein der Schöne, Gute und Vollendete ist. Es sind eigentlich gar keine Besonderheiten, wir müssen manches einfach nur in Ruhe bewusster und mit wachem Herzen wahrnehmen.
Eine schöne Almenlandschaft oder ein Sandstrand zeigen mir, dass Gott es gut mit mir meint. Einmal alle Sorgen und alles Schwere liegenlassen, weil diese letztendlich auch wirklich auf Dauer wegfallen, und sich einfach nur freuen, weil Gott zu mir steht.
Ich darf es, ich belüge mich damit nicht selbst, weil die letzte Bestimmung eben das Erfüllte ist und dagegen nichts ankommt – zu Ostern feiern wir es immer ganz groß.
Suchen wir im Urlaub ganz bewusst das Schöne, das Gute, das Vollendete in Konzerten, Ausstellungen, schönen Bauwerken.
Fördern wir besonders im Urlaub gute Gemeinschaften von Freunden, und begegnen wir einander mit Wohlwollen und Verständnis.
In all dem können wir Gott spüren. Immer sollen wir natürlich auch die direkte Beziehung zu ihm im Gebet, in der Feier der Heiligen Messe erneuern, vielleicht auch erst neu entdecken durch ein besonders ansprechendes Gotteshaus, durch das Beispiel von Menschen, die wir kennenlernen.
Das Gute, das Vollendete erfahren wir in dieser Welt nur punktuell. Wir wissen, dass wir es hier nicht festhalten können, dass es aber unsere letzte Bestimmung ist. Aus diesen Erfahrungen, in denen etwas vom Himmel durchblitzt, können wir Kraft schöpfen. So gelingt es eher, das Schwere anzunehmen, im Vertrauen darauf, dass es in und durch Christus einst für immer von uns genommen wird.
Wir brauchen den „Blick in den Himmel“, wie die Apostel auf dem Berg Tabor. Ich wünsche Ihnen, dass Sie diesen im Urlaub mehrfach geschenkt bekommen!
Ihr Dechant und Pfarrer Dr. Erich Linhardt
Für viele Christen bedeutet Urlaub auch „Urlaub von Gott“ – und das oft gar nicht bewusst oder in böser Absicht. P. Gabriel Baumann, ein Schweizer Priester, hat sich zu diesem Thema Gedanken gemacht, die für uns in den kommenden Ferienwochen vielleicht sehr hilfreich sein können:
Der Pflicht-Christ verabschiedet sich im Urlaub nicht nur von den Plagen der Arbeit und des Alltags, sondern auch von Gott. Nicht, dass er beabsichtigt zu sündigen! Aber Beten und ähnliche Sachen sind ihm zu mühsam, und da Urlaub nicht anstrengend sein soll, nimmt er auch von Gott Urlaub.
Der Christ, der ein verkehrtes Verständnis der christlichen Religion hat, neigt dazu, auf alle Veranstaltungen und Unternehmungen systematisch zu verzichten, wenn er merkt, er könnte nicht alle seine üblichen Gebete in Ruhe verrichten, z.B. Bergtouren mit Übernachtung in einer Berghütte, Ausflüge, deren Ziele „irdisch“ sind, wie eine Ausgrabungsstätte oder ein Museum oder eine touristische Stadt oder eine Schiffstour, von der man spät und teilweise erschöpft zurückkommt. Der fromme Vorwand dazu lautet: „Gott soll den ersten Platz einnehmen“. Solche Leute werden oft als Langweiler oder Störenfriede empfunden. Man kann mit ihnen zusammen nichts unternehmen.
Der Christus liebende Christ weiß, dass die persönliche Beziehung zu Ihm die Qualität der Liebe ausmacht. Er verzichtet im Urlaub nicht auf Gott, sondern gestaltet diese Beziehung zu Ihm neu, in angemessener und angepasster Weise, ohne Verbissenheit, ohne Angst oder Skrupel. Für den Außenstehenden liegt die Schwierigkeit darin: Wie „zeigt“ man die Liebe zu Jesus, ohne ihm die gleiche Zeit, die gleichen Gebete zu schenken, oder ohne in die Illusion zu fallen und sich selbst was vorzumachen? Denn manche meinen, dass die bloße Gesinnung genügt: „Ich liebe Gott in meinem Herzen, und das genügt.“ Der wahrhaft Liebende begnügt sich nicht mit der „Gesinnung des Herzens“, sondern findet Jesus überall, weil er ihn sucht. Die Schönheit der Natur ist für ihn nicht bloß Gegenstand der Bewunderung, sondern er nützt sie, um sein Herz zu Gott zu erheben. Jedoch sind solche Gelegenheiten für ihn zu wenig, denn der Liebende begnügt sich nicht mit „Erinnerungsmitteln“, er „braucht“ die Person Jesu selber. Daher findet er auch Zeiten, um allein mit Jesus zu sein, ohne dass man es von außen her merkt. Wenn ich sage, er „finde“ solche Zeiten, meine ich nicht, er warte, bis eine solche Zeit von selber kommt, sondern er sucht und nimmt sich Zeit, um an Gott zu denken. Vielleicht ist es während des nicht zu anstrengenden Besteigens eines Berghanges. Meistens bleibt er dann still und „verabschiedet“ sich von der Aufmerksamkeit der plaudernden Leute um ihn, ohne dass man es vielleicht merkt. Oder während der eine unter einem Baum ein Schläfchen macht und der andere im Souvenirgeschäft bummelt, findet der Liebhaber den Weg zu einer nahe gelegenen Kapelle. Seine Spezialität ist die Unauffälligkeit. Aber er kann auch – unter Gleichgesinnten – den Vorschlag machen, man könne ein Gesätzlein des Rosenkranzes beten – unterwegs oder in der Kapelle – oder ein Lied zur Mutter Gottes anstimmen, wenn sie auf dem Weg einem Bildstock begegnen. Er zeigt sich sehr oft erfinderisch, ohne dass es künstlich fromm erscheint.
Dieser Liebhaber Gottes fürchtet sich nicht vor dem Urlaub, und seine Gegenwart wirkt angenehm. Er ist ein gern gesehener Freund und Begleiter.

Wort des Pfarrers
Maria, Mutter der Glaubenden
Thema
Marienmonat Mai
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Wenn wir von Maria reden, sehen wir in erster Linie immer die Himmelskönigin, die ganz bei Gott ist, dort zwar für uns eintritt, aber abgehoben ist von unserem weltlichen Bereich. Das ist auch richtig und gut, sie als Fürsprecherin zu haben und „in Anspruch zu nehmen“. Wichtig ist aber auch sie als „Frau aus dem Volke“ zu sehen, wie es in einem Lied heißt. Als Frau, die mitten in dieser Welt gelebt hat und nicht ausgenommen war von Schwerem, von Leiden und Kreuz.
Das ist aus zweierlei Gründen unverzichtbar: Erstens, weil wir erkennen, dass Leiden und Kreuz zum menschlichen Dasein gehören, auch der Frömmste davon nicht ausgenommen ist. Leiden und Kreuz sind keine Strafe, kein Liebesentzug von Seiten Gottes.
Zweitens, weil wir „abschauen“ können, wie Maria mit ihren schweren Lebenssituationen umgegangen ist. Diese konnten nämlich ihr Heil-Sein nicht verhindern; sie ist ganz bei Gott, was auch für uns Ziel ist. Wie geht also der Weg trotz Leiden und Kreuz dorthin?
Die entscheidende Haltung der Gottesmutter war die Haltung des Glaubens, dass Gott es mit ihr gut meint, zu ihr steht,nicht mit ihr spielt und sie nicht abstürzen lässt. Aus dieser Haltung heraus konnte sie auch das Schwere, das Unverständliche, das Kreuz annehmen, sie konnte standhalten und ließ sich nicht verwirren, konnte letztendlich alles zum Heil verwandeln lassen. Die Lebenssituationen sind nicht letztentscheidend für mein Ganz-Sein, das bereits hier in dieser Welt beginnen soll und dann einst einmündet in das endgültige Vollendet-Sein. Entscheidend ist, wie ich mit meinem Leben umgehe, bereit bin auch Kreuz anzunehmen.
Das Fundament dafür ist der Glaube, dass Gott nur mein Bestes will – dieser Glaube kann dann verwandeln. Darum sagen wir auch, Maria ist die Mutter aller Glaubenden. Bitten wir auf ihre Fürsprache hin um die Vermehrung und Stärkung des Glaubens – gerade jetzt in der Osterzeit, in der dieser durch die Feier der Auferstehung neue Kraft erhalten kann.
Ihr Dechant und Pfarrer Dr. Erich Linhardt
Maria werden so viele Gedenktage, Feste und Hochfeste gewidmet wie keiner anderen heiligen Person. Sogar ein ganzer Monat, nämlich der Monat Mai, ist der Gottesmutter Maria gewidmet. Der Grund dafür liegt darin, dass man Maria in alten Liedern und Gebeten als „Schönste aller Blumen“ bezeichnete und im „Wonnemonat Mai“ die Natur in voller Blüte steht.
Der Brauch, religiöse Inhalte einen Monat lang in den Mittelpunkt zu stellen, stammt bereits aus dem Mittelalter. So ist beispielsweise der Juni besonders dem Herzen Jesu gewidmet, der September den Schutzengeln, der Oktober dem Rosenkranz und der November gilt in unseren Breiten traditionell als Totenmonat. In vielen Ländern südlich des Äquators dagegen wird nicht der Mai, sondern der November als Marienmonat gefeiert, weil der Sommer dort erst gegen Ende des Kalenderjahres beginnt.
Auch wenn die Marienverehrung von der Volksfrömmigkeit sehr gefördert wurde, ist sie biblisch begründet. So wird Maria vom Engel, der ihr die Geburt Jesu verkündet, mit den Worten begrüßt: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. (Lk 1,28) Und im Magnificat sagt Maria über sich selbst: Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. (Lk 1,48). Darüber hinaus gibt es viele weitere Hinweise in der Heiligen Schrift, die auf die besondere heilsgeschichtliche Bedeutung Mariens hinweisen.
Theologisch wurde die besondere Bedeutung Mariens schon von den Kirchenvätern betont. Seit dem 3. Jahrhundert wurde Maria als Gottesgebärerin bezeichnet. Die Gottesmutterschaft Mariens wurde am Konzil von Ephesus (431) als Dogma – das heißt als für alle Katholiken verbindlich – verkündet. Die weiteren Mariendogmen sind die immerwährende Jungfräulichkeit Mariens, die unbefleckte Empfängnis Mariens (das heißt, Maria selber war ohne Erbsünde) und ihre Aufnahme in den Himmel. Auch das Zweite Vatikanische Konzil empfiehlt ausdrücklich die Verehrung Mariens und betont ihre besondere Rolle als Fürsprecherin, Helferin, als Beistand und Mittlerin. (vgl. Lumen gentium, 62)
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen anbeten und verehren. Nur zu Gott beten wir, Maria und alle Heiligen werden „nur“ verehrt. Wir beten nicht zu Maria und den Heiligen, sondern wir bitten sie um ihre Fürsprache.
Eine Marienverehrung, wie sie dem Verständnis unserer Kirche entspricht, hat nicht Maria als Zentrum des Glaubens im Blick, sondern sie ist immer Hilfe und Wegweisung auf dem Weg zu Jesus. Diese Rolle Mariens kommt sehr deutlich in einem Gebet zum Ausdruck, das Papst Benedikt XVI. an das Ende seiner ersten Enzyklika Deus caritas est gestellt hat und das er auch bei seinem Besuch in Mariazell im September 2007 mit den Pilgern gebetet hat:
Heilige Maria, Mutter Gottes,
du hast der Welt das wahre Licht geschenkt,
Jesus, deinen Sohn - Gottes Sohn.
Du hast dich ganz dem Ruf Gottes überantwortet
und bist so zum Quell der Güte geworden,
die aus ihm strömt.
Zeige uns Jesus. Führe uns zu ihm.
Lehre uns ihn kennen und ihn lieben,
damit auch wir selbst wahrhaft Liebende
und Quelle lebendigen Wassers werden können inmitten einer dürstenden Welt. Amen.

Wort des Pfarrers
Der Osterfestkreis
Thema
Segnung der Osterspeisen
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Um die beiden großen Feste im Kirchenjahr – Weihnachten und Ostern – sind Vorbereitungs- und Nachfeierzeiten angeordnet, genannt Festkreise. Aus gegebenem Anlass einige Informationen zum Osterfestkreis.
Der Osterfestkreis besteht aus der Fastenzeit, dem Fest mit der Oktavzeit und der Osterzeit; er dauert vom Aschermittwoch bis Pfingsten, also ca. drei Monate.
Der Aschermittwoch – neben dem Karfreitag der zweite strenge Fast- und Abstinenztag im Kirchenjahr – leitet die Fastenzeit und somit den gesamten Osterfestkreis ein. An ihm wird den Gläubigen während des Gottesdienstes das Aschenkreuz als Zeichen der Vergänglichkeit allen Seins aufgelegt. Die Fastenzeit dauert 40 Tage in Anlehnung an das 40-tägige Fasten Jesu in der Wüste. Zählt man allerdings die Tage vom Aschermittwoch bis Karsamstag kommt man auf 46. Dies deshalb, weil die Sonntage (es sind dies sechs in der Fastenzeit) keine Fasttage sind und daher abgezogen werden müssen, um auf 40 zu kommen. Der letzte Sonntag in der Fastenzeit ist der Palmsonntag, der bereits die bedeutendste Woche, die Karwoche oder auch Heilige Woche, einleitet. Mit der Abendmahlsmesse am Gründonnerstag beginnen die sogenannten drei österlichen Tage vom Leiden und Sterben, von der Grabesruhe und der Auferstehung des Herrn, die liturgisch bedeutendsten Tage des gesamten Jahres.
Das Osterfest selbst wird eine Woche lang (bis zum Weißen Sonntag) intensiv gefeiert. Man nennt diese acht Tage von Sonntag bis Sonntag die Osteroktav; in ihr ist jeder Tag ein Festtag. Von Ostern bis Pfingsten dauert die Osterzeit, gleichsam die „Nachfeierzeit“ des größten Festes unseres Glaubens.
Pfingsten, das Fest der Herabkunft des Heiligen Geistes, welche das Ostergeschehen eigentlich erst vollendet, wird genau am 50. Tag nach dem Ostersonntag gefeiert; daher auch der Name. In der griechischen Sprache heißt der 50. (Tag) „Pentecoste“ und davon leitet sich unsere Bezeichnung Pfingsten für dieses Fest her. Mit Pfingsten schließt auch der gesamte Osterfestkreis.
Die Festzeiten im Kirchenjahr sind kein Selbstzweck sondern für uns Menschen da und sollen uns helfen, Jahr für Jahr tiefer in die großen Inhalte unseres Glaubens einzutauchen, so dass sie uns immer mehr prägen und damit auch tragen können.
Eine tiefe und für Sie fruchtbare Mitfeier des Osterfestkreises und Freude über die großartige Botschaft der Ostern, dass nämlich Leben, Liebe, Vollendetes für uns die letzte Bestimmung sind, wünsche ich Ihnen von Herzen
Ihr Dechant und Pfarrer Dr. Erich Linhardt
09.30 Uhr Bildstock am Gaich-Parkplatz 11.30 Uhr Oberjäger-Kapelle 12.00 Uhr Josefskirche 12.30 Uhr Stitz-Kapelle 13.00 Uhr Heiligenblut-Kirche 13.30 Uhr Lobmingwirt-Kapelle 14.00 Uhr Fuchs-Kreuz 14.15 Uhr Groß-Perschler-Kreuz 14.30 Uhr Altsteiger-Kapelle 15.30 Uhr Tregist-Kapelle 11.30 Uhr Binderbauer-Kreuz 12.00 Uhr Hubertus-Kapelle (Schlosspark) 12.30 Uhr Riemer-Kreuz 12.45 Uhr Wolfshuber-Kapelle 13.15 Uhr Marhofbauer 13.45 Uhr Teigitsch-Kapelle 14.00 Uhr Rumpf-Kreuz 14.30 Uhr Steinwirt 14.45 Uhr Koppen-Kreuz 15.00 Uhr Schabelbauer-Kapelle 15.30 Uhr Kürschnerbauer-Kapelle 16.00 Uhr Josefskirche

Wort des Pfarrers
Einladung ins Schilcherstüberl
Thema
Fasching - Fastnacht - Karneval
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„Erichs Schilcherstüberl“ am Faschingssonntag ist ein jährlicher Fixpunkt im Voitsberger Pfarrleben. Warum wird einmal im Jahr der Pfarrhof zu einem Gasthaus „umfunktioniert“? Der Pfarrer wird zum Wirt und noch dazu sind alle angebotenen Speisen und Getränke gratis – eine Einladung des „Wirtes“ aus seiner Privatschatulle, wie Peter Ofner oft formuliert.
Die Antwort könnte sein: Weil Fasching ist und in dieser närrischen Zeit eben alles auf den Kopf gestellt wird. Aber diese Erklärung wäre zu kurz gegriffen – es soll auch ein tieferer Inhalt transportiert werden:
Der Pfarrer als Wirt
Wirt sein ist eigentlich, wie Priester sein, eine Berufung. Als Wirt wie als Priester muss man bereit sein zu dienen und vor allem die Menschen mögen. Der Pfarrer bedient als Wirt die Gäste konkret, will aber mehr damit sagen: Ich möchte Euer Diener sein, Ihr seid mir wichtig, ich will für Euch und Eure Anliegen da sein.
Das Angebotene ist gratis
Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass wir alle von Gott Beschenkte sind, dass vor allem die Erlösung, das Wesentlichste für uns, gratis ist. Weil Gott uns gern hat, schenkt er uns ohne Gegenleistung diese Erlösung und damit das Leben. Schon im Alten Testament heißt es: „Auf, ihr Durstigen, kommt alle zum Wasser! Auch wer kein Geld hat, soll kommen. Kauft Getreide und esst, kommt und kauft ohne Geld, kauft Wein und Milch ohne Bezahlung!“ (Jes 55,1). Wir brauchen das Geschenk von Seiten Gottes nur anzunehmen, das ist die einzige „Gegenleistung“. Das Wichtigste ist nicht käuflich, es ist Geschenk.
Das „Schilcherstüberl“ - ein Ort der Freude
Das Gasthaus im Pfarrhof schenkt Freude in vielfältiger Art und Weise: Essen und Trinken, Gemeinschaft, Musik etc. Gott will unsere Freude, und wir sollen Diener dieser Freude sein.
Das Schilcherstüberl – eine „profane“ Möglichkeit zu zeigen, dass wir als Kirche den Menschen dienen wollen, ihre Freude wollen, sie uns ein Anliegen sind und es nicht „ums Geschäft“ gehen darf. Es geht nämlich auch Gott nicht darum, sondern er liebt uns bedingungslos und tut alles, um uns das erfahren zu lassen.
Ihr Dechant und Pfarrer Dr. Erich Linhardt
Am 11.11. um 11 Uhr 11 ist „offizieller“ Faschingsbeginn. Es ist eher ein symbolischer Beginn, denn mehr als die Vorstellung des Faschingsprinzenpaares findet zu diesem Zeitpunkt selten statt. So richtig los geht‘s erst nach dem Dreikönigstag.
Die Wurzeln unseres Faschingsfestes sind vermutlich Fruchtbarkeitsfeste, bei denen sich die Menschen bemalten und mit Masken verkleideten. Bei vielen Naturvölkern gibt es heute noch Fruchtbarkeitstänze, die eine große Ähnlichkeit mit unseren heutigen Faschingsumzügen haben.
Im Mittelalter wurden im Frühjahr faschingsähnliche Feste gefeiert, bei denen man mit Trommeln und Rasseln großen Lärm machte, um böse Geister oder den Winter zu vertreiben. Die Kirche hatte mit diesen heidnischen Bräuchen keine große Freude und führte als christliche Alternative die Fastnacht ein, das heißt übersetzt: die Nacht, bevor das Fasten beginnt. In der Nacht vor dem Aschermittwoch, mit dem die vierzigtägige Fastenzeit beginnt, wurde noch einmal ausgiebig gefeiert und Fleisch gegessen. Auch die Bezeichnung Karneval leitet sich davon ab: Das lateinische „Carne vale“ heißt „Fleisch, leb wohl“. Das in Österreich gebräuchliche Wort Fasching kommt von „fasen“, was soviel wie lustig/närrisch sein bedeutet.
Bereits seit dem 13. und 14. Jahrhundert wird der Fasching mit ausgelassenen Feiern, Bällen und Turnieren gefeiert und auf mehrere Tage ausgedehnt. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde es Brauch, den Fasching auch mit Straßenfesten und organisierten Umzügen zu feiern. Seit dieser Zeit ist es auch üblich, sich zum Fasching zu verkleiden und Kostüme zu tragen. Die Menschen können dadurch einmal im Jahr in eine andere Rolle schlüpfen und jemanden spielen, der sie gerne sein möchten oder sich ganz einfach hinter einer Verkleidung verstecken. Närrisch sein ist eben oft leichter, wenn man nicht gleich erkannt wird!
Mit dem Brauch, vor Beginn einer Fastenzeit noch einmal ausgelassen zu feiern, hat übrigens auch der Faschingsbeginn am 11. November zu tun: Im Mittelalter wurde auch vor Weihnachten 40 Tage gefastet. Nach dem Martinstag begann die strenge vorweihnachtliche Fastenzeit, die in der orthodoxen Kirche noch heute vorgeschrieben ist.
Mag. Martin Maria Trummler

Wort des Pfarrers
Hoffnungszeichen Krippe
Thema
Die Weihnachtskrippe
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Pfarrblatt 91
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Krippen werden meist sehr lieblich dargestellt. Es ist hell im Stall, Maria betet das neugeborene Jesukind bereits an, Engel jubilieren, Josef bereitet oft ein Essen, die Hirten bringen Geschenke herbei. Eine wunderbare friedvolle Stimmung.
Grund dafür ist natürlich die großartige Tatsache, dass Gott ein Mensch wird. Das ist wunderbar und muss natürlich auch so schön wie möglich wiedergegeben werden. Außerdem kann es auch in widrigen Umständen friedlich zugehen, wenn die betroffenen Menschen sie anzunehmen versuchen – das werden Maria und Josef wohl auch getan haben.
Aber trotzdem ist die Wirklichkeit der Entbindung in einem Stall alles andere als erhebend. Es sind harte Realitäten: ausgegrenzt zu sein, keinen Platz in der Herberge zu erhalten, als Kind in einer Futterkrippe statt in einer Wiege zu liegen. Aufgezeigt soll dadurch werden, dass Gott keine Wirklichkeiten des Menschlichen scheut. Für Gott ist nichts und niemand zu schlecht. Somit ist die oft vertretene Theorie, nach der Armut und Leiden eine Strafe seinerseits seien, widerlegt. Die schwierigen Situationen in der Welt sind Ausfaltungen des Menschseins, und gerade die davon Betroffenen bedürfen der Solidarität; Gott schenkt sie ihnen in Christus. Dadurch ist kein Leben mehr minder und wertlos, kein Anlass kann es zur Sinnlosigkeit degradieren – das sagt die Krippe. Ein wunderbares Zeichen der Ermutigung, der Hoffnung und des Trostes.
Wenn Gott in dieser Form mit allem Schwachen solidarisch wird, zu jedem und jeder eine Beziehung aufbauen will, soll uns dies als Beispiel dienen. Kein Leid und kein Ausgegrenzt-Sein dürfen uns unberührt lassen, sonst bleibt seine Menschwerdung kraftlos. Auch daran erinnert die Krippe.
Etwas von der Freude und Kraft, die vom Kind in der Krippe ausgehen, und die Erfahrung, dass Gott auch im Jahr 2011 mit Ihnen ist, wünscht Ihnen herzlichst
Ihr Dechant und Pfarrer Dr. Erich Linhardt
Darstellungen des Jesukindes in der Krippe gab es schon in frühchristlicher Zeit. Die klassische Weihnachtskrippe entstand aber erst im Mittelalter.
Als „Erfinder“ der Weihnachtskrippendarstellung gilt Franz von Assisi. Um den Menschen das Geschehen der Heiligen Nacht möglichst realistisch nahezubringen, hat der Heilige Franziskus zur Veranschaulichung seiner Weihnachtspredigt im Jahr 1223 in Greccio, einer kleinen Ortschaft nördlich von Rom, eine Krippe mit lebenden Personen und Tieren aufgestellt. Dieser Brauch verbreitete sich langsam auf ganz Europa, bis er von der Reformation wieder eingebremst wurde.
Als durch das Konzil von Trient (mit Unterbrechungen von 1545 bis 1563) die katholische Tradition der Heiligendarstellung wieder gestärkt wurde, stellten die Jesuiten in Prag eine Weihnachtskrippe mit bekleideten Figuren auf, die im Wesentlichen den heutigen Darstellungen gleicht und die als die erste moderne Krippendarstellung gilt. Weihnachtskrippen traten nun ihren Siegeszug um die ganze Welt an und waren selbst durch diverse „Krippenverbote“, die immer wieder verhängt wurden, nicht mehr zu verdrängen. Im Gegenteil: Als in Österreich Ende des 18. Jahrhunderts als Folge der Aufklärung das Aufstellen von öffentlichen Krippen verboten war, erlebten kleine und preiswerte Krippen in privaten Häusern einen großen Aufschwung. Gemeinsam mit dem Christbaum stand die Krippe nun im Mittelpunkt jeder familiären Weihnachtsfeier.
Auch wenn es manchmal regionale Besonderheiten bei den Darstellungen gibt – beispielsweise Lamas bei südamerikanischen und Elefanten bei indischen Krippen – so sind die „Hauptdarsteller“ auf der ganzen Welt die gleichen:
Maria, Josef und das Jesukind, also die „Heilige Familie“, sind die Kernfiguren, die natürlich auf keinen Fall fehlen dürfen.
Die Engel verkünden den Hirten die frohe Botschaft von der Geburt Jesu und preisen Gott.
Die Hirten sind die ersten Zeugen der Geburt Jesu. Sie sind einfache Leute ohne besonderes Ansehen bei den Menschen, aber sie gelten als Symbol der Wachsamkeit. Schafe und Lämmer werden zwar in der Bibel – auch von Jesus in vielen Gleichnissen – häufig verwendet, bei der Weihnachtskrippe finden wir sie aber wohl nur deshalb, weil sie untrennbar mit den Hirten verbunden sind.
Ochs und Esel werden im Weihnachtsevangelium nicht erwähnt, ihre Präsenz im Stall von Bethlehem geht auf ein Wort bei Jesaja zurück. Dort heißt es: „Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht.“ (Jes 1,3) Der Esel tritt auch am Ende des irdischen Lebensweges von Jesus wieder in Erscheinung, wenn er vor seinem Leiden in Jerusalem einzieht.
Die Heiligen Drei Könige, die üblicherweise meist erst am 6. Jänner bei der Krippe „eintreffen“, werden im Evangelium nur als heidnische Magier bezeichnet, die einem Stern folgen, der sie zum neugeborenen König der Juden führen soll. Erst später entstehen Legenden, in denen sie zu Königen werden und die Namen Caspar, Melchior und Balthasar erhalten. Ihre Reliquien werden heute im Kölner Dom verehrt.
Kaplan Mag. Martin Maria Trummler

Wort des Pfarrers
Tote bestatten
Thema
Bestattungskultur im Wandel
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Pfarrblatt 90
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Für uns Christen zählt „Tote bestatten" zu den sogenannten leiblichen Werken der Barmherzigkeit. Der Tote kann für sich selbst nichts mehr tun, er ist gleichsam den Mitmenschen ausgesetzt. So ist es ganz wichtig, dass die Lebenden den Toten die Würde lassen und sie mit Ehrerbietung behandeln. Wir sollen zumindest am Ende des irdischen Lebens jeden Menschen würdigen und damit zeigen, dass für Gott jeder unendlich wichtig ist. Der Umgang mit den Toten hat in jeder Kultur einen besonderen Stellenwert. Ein nicht respektvoller Umgang mit ihnen stellt auch der jeweiligen Zeit und Kultur kein gutes Zeugnis aus. Wie überhaupt der Umgang mit Schwachen – und dazu zählt ja auch der Tote – ein Hinweis auf die Größe einer Kultur ist. In unserer Jetztzeit müssen wir aber leider feststellen, dass man sich mit den Schwachen nicht belasten will, wenn sie zu einer gewissen „Plage" werden. Man versucht sie wegzubringen, sie anderen zu übergeben, ja schreckt da und dort auch vor Tötung nicht zurück. Es fehlt immer mehr der grundlegende Respekt vor jedem Menschen. So können auch die Toten zu einer Belastung werden, und man will sich mit ihnen nicht sonderlich „herum schlagen". Man übergibt sie anderen und möchte möglichst wenig mit ihnen zu tun haben. Diese Haltung verstärkt sich. Oft wird ein Toter nur mehr „entsorgt" und vom Sterbebett gleich ins Krematorium gebracht; es erfolgt auch nach der Einäscherung keine irgendwie geartete Form einer Begegnung oder die Möglichkeit eines Abschiednehmens. Es gibt mit ihm kurz gesagt keine „Konfrontation" mehr. Vieles muss dann als Argument – oft sind diese sehr fadenscheiniger Art – für eine solche Vorgangsweise herhalten. Dieser Umgang, jedwedes geordnete Abschiednehmen zu verhindern, ist aber nicht nur würdelos dem Verstorbenen gegenüber, sondern letztendlich auch nicht gut für alle Betroffenen und deren Seelen. Es muss immer geordnete Rituale für ein Abschiednehmen und Orte für ein dankbares Andenken geben, weil man dann den Tod eines Menschen besser ins Leben integrieren bzw. verkraften kann. Das sagt übrigens auch die Psychologie. Für das eigene Leben ist es wichtig, sich der Realität des Todes und der Toten zu stellen und sie so zu einem Teil des Daseins werden zu lassen. Durch die christliche Deutung verliert er überdies auch seinen Schrecken und man kann mit dieser unausweichlichen Wirklichkeit dann auch angstfreier leben.
Ihr Dechant und Pfarrer Dr. Erich Linhardt
Die ältesten Grabfunde sind rund 100.000 Jahre alt und zeigen, dass den Menschen ein besonderer Umgang mit den Toten immer schon sehr wichtig war. Je nach Zeit und Kulturkreis gibt es allerdings große Unterschiede im Totenkult. Nicht immer wurden die Toten in der Erde begraben. In manchen Kulturen war es beispielsweise üblich, die Verstorbenen den Vögeln zum Fraß zu überlassen, um die „heilige Erde" nicht mit Leichen zu verunreinigen. Von den Wikingern wird berichtet, dass sie ihre Toten auf das Meer hinaustreiben ließen. Die Verbrennung der Leichen hat nicht nur in Indien eine alte Tradition, sondern war auch bei den Römern und Germanen verbreitet. Der Grund dafür war - vereinfacht ausgedrückt - die Vorstellung, dass die Seele des Verstorbenen aufsteigt und der Leib als relativ „unwichtige Hülle" zurückbleibt und entsorgt werden muss. Erst durch das Christentum wurde die Erdbestattung in unserem Kulturkreis zur allgemeinen Norm. Im Gegensatz zu vielen anderen Religionen glauben Christen nicht an eine rein geistige Unsterblichkeit, sondern, wie es der Apostel Paulus formuliert, an die „Auferstehung des Fleisches". Das bedeutet, dass der Mensch mit Leib und Seele auferstehen wird. Der Glaube an die Auferstehung des materiellen Leibes, die nach der Wiederkunft Christi erfolgen wird, erforderte einen besonders respektvollen Umgang mit den Körpern der Verstorbenen. Das Verbrennen von Leichen wurde als heidnische Vorgangsweise abgelehnt und schließlich von Karl dem Großen im 8. Jahrhundert verboten. Der Wunsch, den Toten möglichst nahe zu sein, führte schon ab dem 5. Jahrhundert dazu, die Friedhöfe mitten in der Stadt rund um die Kirchen anzulegen. Schon damals waren Begräbnisse eine kostspielige Angelegenheit, sodass die Armen ihre letzte Ruhestätte meist in Massengräbern fanden. Da die durchschnittliche Lebenserwartung im Mittelalter nicht sehr hoch war und die häufigen Seuchen viele Opfer forderten, waren vielerorts die Friedhöfe überfüllt. Eine weit verbreitete Lösung des Problems waren die Karner: Die Gebeine der Toten wurden immer wieder ausgegraben und in Beinhäusern aufbewahrt. Die Reformen von Kaiser Joseph II. hatten auch auf das Bestattungswesen große Auswirkungen. Viele innerstädtische Friedhöfe mussten aufgelassen werden, stattdessen wurden neue Friedhöfe außerhalb der Zentren errichtet. Der Kaiser ordnete auch an, die Bestattungen möglichst sparsam zu gestalten. Eine Folge der kaiserlichen Sparmaßnahmen waren beispielsweise wiederverwendbare Klappsärge. Der Begriff Sarg stammt übrigens aus dem Griechischen: Sarkophag bedeutet Fleischfresser. Es war ursprünglich die Bezeichnung für eine bestimmte Steinart, die den Verwesungsprozess beschleunigte und deshalb für die Auskleidung von Särgen verwendet wurde Im 19. Jahrhundert führte nicht nur der Platzmangel auf den Friedhöfen, sondern vor allem ein nüchterner und pragmatischer Umgang mit dem Tod dazu, dass in Europa die Feuerbestattung wiederentdeckt wurde. Das erste europäische Krematorium wurde 1873 in England errichtet, die erste Anlage zur Einäscherung Verstorbener im deutschsprachigen Raum wurde 1878 in Gotha in Thüringen in Betrieb genommen. Die Feuerbestattung war zunächst äußerst umstritten und wurde von der katholischen Kirche lange Zeit entschieden abgelehnt. Heute will die Kirche die Einäscherung nicht mehr verbieten, zeigt aber doch mehr Sympathie für Erdbegräbnisse. Wörtlich heißt es im kirchlichen Gesetzbuch: „Nachdrücklich empfiehlt die Kirche, dass die fromme Gewohnheit beibehalten wird, den Leichnam Verstorbener zu beerdigen; sie verbietet indessen die Feuerbestattung nicht, es sei denn, sie ist aus Gründen gewählt worden, die der christlichen Glaubenslehre widersprechen." Früher mussten Urnen beigesetzt werden, seit einigen Jahren dürfen sie auch zu Hause aufbewahrt werden. Es finden aber heute auch ausgefallene Ideen immer mehr Anhänger. So kann man die Asche eines verstorbenen Angehörigen über dem Meer ausstreuen oder sogar ins Weltall bringen lassen. Oder man kann aus der Asche einen Diamanten produzieren lassen, der den in der Natur vorkommenden Edelsteinen gleicht und als Schmuckstück getragen werden kann. Das früher selbstverständliche kirchliche Bestattungsmonopol gibt es heute längst nicht mehr. Die veränderte Situation im Umgang mit dem Tod stellt für die Kirche eine große Herausforderung dar, um inmitten einer wachsenden religiösen Beliebigkeit durch eine christliche Begräbniskultur ein unverwechselbares „Zeugnis von der Hoffnung, die uns erfüllt" (vgl. 1 Petr 3,15) geben zu können. Kaplan Mag. Martin Maria Trummler


Einmal im Jahr feiern wir in der Kirche ein großes Danke-Fest. Es ist dies am Erntedanksonntag, wobei aber alles in den Dank mit einfließen kann, was uns auch in anderen Bereichen gelungen ist, wo wir Ernte in verschiedener Art einfahren durften.
Das Danken ist deswegen wichtig, weil dadurch erst die Freude über Gelungenes wirklich wachsen kann, weil wir dann zeigen, dass nichts selbstverständlich ist, weil wir anerkennen, dass wir vielfach von Gott und auch von den Menschen Beschenkte sind.
Unser Leben ist Geschenk, die Schöpfung ist Geschenk, das Wachstum ist Geschenk, unsere Begabungen sind Geschenk. Natürlich müssen wir unseren Teil dazu beitragen, damit diese Geschenke auch „zum Leuchten“ kommen, uns wirklich Freude machen. Aber die wesentlichen Grundlagen, aus denen wir etwas entwickeln können, sind uns von Gott aus Liebe gegeben und viele Menschen helfen uns auch bei der Entfaltung. Wenn wir das anerkennen und dafür danken können, dann entsteht Freude.
Die Dankbarkeit lässt aber auch den Blick auf die Anderen hin offen sein. Wenn wir dankbar sind und nicht alles nur unserer eigenen Leistung zuschreiben, dann sind wir auch bereit zu teilen. Von dem, was uns an Gutem zufällt, anderen Anteil geben; das fördert ebenfalls die Freude. Wir verhindern durch den Egoismus viel an Freude für andere aber auch für uns.
Das Gegenteil von alledem und der große „Verhinderer“ von Freude ist das Fordern. Sobald wir zu fordern beginnen unter dem Motto: „Das steht mir zu!“, werden wir hart und verschließen die Herzen für die Freude., weil wir sie Gott und dem Nächsten gegenüber zumachen. „Mit dem Fordern beginnt der Weg zum Schweinestall!“, hat Pater Hans Buob in Anlehnung an das „Schicksal“ des verlorenen Sohnes gemeint, dessen Weg nach unten mit der Forderung an den Vater „Gib mir mein Erbteil, das mir zusteht!“ (Lk 15,12), begonnen hat.
Wir sollen dankbar sein, damit sich die Freude bei uns und anderen vermehrt, aber nie Dankbarkeit erwarten. Wenn ich etwas schenke, dann soll ich es mit bereitem Herzen tun, aber nicht, um als Gegenleistung Dankbarkeit zu erfahren. Nach dem Beispiel: „Ich hab dir so viel gegeben, und du kümmerst dich nicht um mich!“, den anderen diesbezüglich gleichsam in die Pflicht zu nehmen. Wenn wir die Dankbarkeit von anderen nicht einfordern oder erwarten, bleibt uns viel Enttäuschung erspart.
Ihr Dechant und Pfarrer Dr. Erich Linhardt
Danke sagen
In den letzten Jahren ist uns aufgefallen, dass zu ErnteDANK hauptsächlich Kinder mit ihren mitgebrachten Obst- und Gemüsekörbchen DANKE sagen. Neben den einzelnen Pfarrgebieten, die jedes Jahr abwechselnd einen Erntewagen mit Lebensmitteln bereitstellen, möchten auch viele Menschen unserer Pfarre DANKE sagen.
So entstand die Idee, heuer zu ErnteDANK den Vinzimarkt Voitsberg mit Grundnahrungsmittelspenden zu unterstützen. Diese kommen Menschen aus dem Bezirk Voitsberg, die sich in einer finanziellen Notsituation befinden, zugute.
Nach dem ErnteDANKfest, das wir am Sonntag, den 10. Oktober 2010 um 9.00 Uhr feiern, besteht bei einem Stand vor der Josefskirche die Möglichkeit, gegen eine Geldspende Bausteine für Grundnahrungsmittel zu erwerben. Damit stellen Sie Waren des täglichen Gebrauchs für den Vinzimarkt in der Bahnhofstraße zur Verfügung.
Ein herzliches DANKeschön sagen Sabine Spari und Sabine Pölzl im Voraus!
VinziMarkt Voitsberg
„Durchschnittlich 12% der steirischen Bevölkerung lebt unter der Armutsgefährdungsschwelle - für den Bezirk Voitsberg sind das rund 7.000 Personen! Davon sind rund 6% akut arm.
Besonders betroffen sind Frauen, Kinder, Jugendliche und ältere Menschen ab dem 65. Lebensjahr.
Faktoren wie Langzeitarbeitslosigkeit, Alleinerzieherinnenstatus, Mindestpension, eine nicht vorhandene EU-Bürgerschaft und Haushalte mit mehr als zwei Kindern bilden ein deutlich erhöhtes Armutsrisiko.“ (Daten aus dem aktuellen „Steirischen Sozialbericht“ 2007/2008)
Der Sozialmarkt steht für Menschen aus dem gesamten Bezirk, die über ein niedriges Einkommen verfügen, offen. Neben Produkten des täglichen Bedarfs, die für rund ein Drittel des ursprünglichen Warenwertes verkauft werden, steht den KundInnen auch ein Cafebereich zur Verfügung, der vor allem der Kommunikation dienen soll.
Nicht Almosen zu verteilen, sondern den Menschen durch die Möglichkeit des Einkaufens ihren Selbstwert zu erhalten, ist ein wesentliches Grundprinzip dieser mittlerweile etablierten Sozialeinrichtung in Voitsberg.
Angeboten werden ausschließlich gespendete Waren bzw. Lebensmittel, die durch eine zweckgebundene „Patenschaft“ gekauft werden können. Besonders hilfreich ist uns die Firma Spar mit ihren sechs Märkten, die wir täglich anfahren, um Waren, die am Vortag abgelaufen sind, abzuholen. Auch die Bäckereien Zettl und Rumpf sowie die Firma Ölz spenden uns regelmäßig Brot, Gebäck und Mehlspeisen, die unser Sortiment bereichern.
Überregional erhalten wir fallweise Produkte der Firmen Iglo, Continental Bakeries, Teekanne, Pfanner, Spitz und anderen.
Private Einzelspenden und schulische Spendenaktionen, die uns immer wieder zu wertvollen Grundnahrungsmitteln verhelfen, sind ganz besonders wertvoll. Denn Produkte wie Nudeln, Reis, Mehl, Butter und Zucker sowie frisches Obst und Gemüse sind besonders rar – hierbei sind wir ganz dringend auf vielseitige Unterstützung angewiesen!
Mag. Gabriele Burger-Prießner


Einmal im Jahr feiern wir in der Kirche ein großes Danke-Fest. Es ist dies am Erntedanksonntag, wobei aber alles in den Dank mit einfließen kann, was uns auch in anderen Bereichen gelungen ist, wo wir Ernte in verschiedener Art einfahren durften.
Das Danken ist deswegen wichtig, weil dadurch erst die Freude über Gelungenes wirklich wachsen kann, weil wir dann zeigen, dass nichts selbstverständlich ist, weil wir anerkennen, dass wir vielfach von Gott und auch von den Menschen Beschenkte sind.
Unser Leben ist Geschenk, die Schöpfung ist Geschenk, das Wachstum ist Geschenk, unsere Begabungen sind Geschenk. Natürlich müssen wir unseren Teil dazu beitragen, damit diese Geschenke auch „zum Leuchten“ kommen, uns wirklich Freude machen. Aber die wesentlichen Grundlagen, aus denen wir etwas entwickeln können, sind uns von Gott aus Liebe gegeben und viele Menschen helfen uns auch bei der Entfaltung. Wenn wir das anerkennen und dafür danken können, dann entsteht Freude.
Die Dankbarkeit lässt aber auch den Blick auf die Anderen hin offen sein. Wenn wir dankbar sind und nicht alles nur unserer eigenen Leistung zuschreiben, dann sind wir auch bereit zu teilen. Von dem, was uns an Gutem zufällt, anderen Anteil geben; das fördert ebenfalls die Freude. Wir verhindern durch den Egoismus viel an Freude für andere aber auch für uns.
Das Gegenteil von alledem und der große „Verhinderer“ von Freude ist das Fordern. Sobald wir zu fordern beginnen unter dem Motto: „Das steht mir zu!“, werden wir hart und verschließen die Herzen für die Freude., weil wir sie Gott und dem Nächsten gegenüber zumachen. „Mit dem Fordern beginnt der Weg zum Schweinestall!“, hat Pater Hans Buob in Anlehnung an das „Schicksal“ des verlorenen Sohnes gemeint, dessen Weg nach unten mit der Forderung an den Vater „Gib mir mein Erbteil, das mir zusteht!“ (Lk 15,12), begonnen hat.
Wir sollen dankbar sein, damit sich die Freude bei uns und anderen vermehrt, aber nie Dankbarkeit erwarten. Wenn ich etwas schenke, dann soll ich es mit bereitem Herzen tun, aber nicht, um als Gegenleistung Dankbarkeit zu erfahren. Nach dem Beispiel: „Ich hab dir so viel gegeben, und du kümmerst dich nicht um mich!“, den anderen diesbezüglich gleichsam in die Pflicht zu nehmen. Wenn wir die Dankbarkeit von anderen nicht einfordern oder erwarten, bleibt uns viel Enttäuschung erspart.
Ihr Dechant und Pfarrer Dr. Erich Linhardt
Danke sagen
In den letzten Jahren ist uns aufgefallen, dass zu ErnteDANK hauptsächlich Kinder mit ihren mitgebrachten Obst- und Gemüsekörbchen DANKE sagen. Neben den einzelnen Pfarrgebieten, die jedes Jahr abwechselnd einen Erntewagen mit Lebensmitteln bereitstellen, möchten auch viele Menschen unserer Pfarre DANKE sagen.
So entstand die Idee, heuer zu ErnteDANK den Vinzimarkt Voitsberg mit Grundnahrungsmittelspenden zu unterstützen. Diese kommen Menschen aus dem Bezirk Voitsberg, die sich in einer finanziellen Notsituation befinden, zugute.
Nach dem ErnteDANKfest, das wir am Sonntag, den 10. Oktober 2010 um 9.00 Uhr feiern, besteht bei einem Stand vor der Josefskirche die Möglichkeit, gegen eine Geldspende Bausteine für Grundnahrungsmittel zu erwerben. Damit stellen Sie Waren des täglichen Gebrauchs für den Vinzimarkt in der Bahnhofstraße zur Verfügung.
Ein herzliches DANKeschön sagen Sabine Spari und Sabine Pölzl im Voraus!

Wort des Pfarrers
Kirche ist mehr als Menschenwerk
Thema
Interviews mit unseren Priestern
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Pfarrblatt 88
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Im Brief an die Galater schreibt der Apostel Paulus: „Ich erkläre Euch, Brüder: Das Evangelium, das ich verkündigt habe, stammt nicht von Menschen; ich habe es ja nicht von einem Menschen übernommen oder gelernt, sondern durch die Offenbarung Jesu Christi empfangen.“ (Gal 1,11f)
Diese „Erklärung“ des Apostels ist deshalb auch für uns in der jetzigen Zeit so wichtig, weil es oft den Anschein hat, Kirche „transportiert“ irgendwelche von Menschen erfundene Lehren zu irgendeinem Selbstzweck. Wenn dann dort Fehler passieren, gilt gleich alles für unglaubwürdig und viele meinen der Kirche den Rücken kehren zu müssen.
Kirche ist aber kein Verein und keine Partei, die ein Programm erarbeiten, deren Inhalt sich mehr oder weniger kluge Menschen ausgedacht haben, sondern wir glauben, dass das, was die Kirche grundsätzlich weitergibt, von Gott kommt. Für uns in die Welt hereingetragen von Jesus Christus, dem Sohn Gottes, der all diese Botschaften nicht nur gesagt, der nicht nur ge- und belehrt, sondern alles auch gelebt hat. Auferstehung Christi von den Toten heißt dann, dass seine durch sein Leben bis zur Hingabe desselben abgedeckten Aussagen stimmen. Gott steht eben selber dahinter. In der Kirche wird das, was Christus gelehrt hat, durch die Zeiten weiter getragen, aber keinesfalls als Selbstzweck, sondern zum Heil für den Menschen. Wir sollen spüren, dass Leben erfüllt und sinnvoll sein kann trotz aller Widerwärtigkeiten, die da sind und immer da sein werden.
Wenn man sich auf die von der Kirche behüteten Inhalte einlässt, merkt und erfährt man, dass sie einfach richtig sind. Für mich gibt es keine bessere Deutung menschlichen Seins und keine bessere Hilfe für dessen Gestaltung als die christliche. Um diese Haltungen geht es; sie in all unserer Gebrechlichkeit weiter zu tragen und zu bezeugen, sind wir da. Natürlich ist es leichter die Botschaft anzunehmen, wenn alle Vertreter gute und treue Zeugen sind. Wir Menschen sind eben auch mit Schwächen behaftet und manches geht schief, aber das ändert an der Richtigkeit der Lehre nichts.
Wir können an Äußerlichkeiten in der Kirche etwas verändern, damit die christlichen Wahrheiten wieder mehr zum Leuchten kommen, aber am Wesentlichen kann und braucht man nichts zu ändern, weil es von Gott stammt und richtig ist. Wir können traurig sein über manche Vorgänge in der Kirche, und wir sollen sie auch kritisieren. Aber darüber hinaus dürfen wir nicht vergessen, welchen wunderbaren Schatz als Lebensdeutung und Lebensrichtlinie wir haben. Sich darauf einzulassen lohnt sich immer und macht mein Leben immer reicher. Das ist auch meine eigene zutiefst immer wieder erlebte Erfahrung.
Ihr Dechant und Pfarrer Dr. Erich Linhardt
1.) Warum sind Sie Priester geworden, Herr Kaplan Geuder? Gibt es ein Berufungserlebnis?
a) Ich wurde Priester, weil ich in meinem Herzen den Ruf verspürte, dass GOTT mich in Seinem Weinberg als Werkzeug verwenden möchte. Diesem Ruf bin mit tiefer innerer Freude gefolgt und folge ihm weiterhin - wenngleich in aller menschlichen Schwachheit.
b) Ein persönliches „Berufungserlebnis“ bzgl. des Priestertums wurde mir in Italien zuteil, zu der Zeit, als ich ein halbes Jahr lang in einer kontemplativen Ordensgemeinschaft mitleben konnte. Dort vernahm ich in einer konkreten Situation den starken Ruf des Herrn, Ihm als Priester nachzufolgen. Eine Berufung zum geistlichen Stand allgemein, welche Form sie auch immer annehmen sollte, hatte ich schon Jahre zuvor erahnt.
2.) Was macht Ihren Beruf schön? Was macht ihn schwer?
Ich liebe diesen Beruf, weil ich mich ganz auf Gott einlassen darf und dieses Auf-ihn-Einlassen sich letztlich darin zeigen „muss“, die Botschaft SEINER Liebe in die Welt, derzeit konkret in die Pfarre Voitsberg, hineinzutragen.
3.) Wie verbringen Sie Ihre Freizeit? Haben Sie Hobbys?
Meine Freizeit verbringe ich mit Sport (derzeit leider zu wenig), Lesen, Gebet oder mit lieben Menschen. Auch in meiner Freizeit möchte ich mich bemühen, dem Herrn den ersten Platz einzuräumen.
4.) Wie erledigen Sie Ihre Hausarbeiten?
Hausarbeiten fallen an sich nicht zu viele an. Dank unserer lieben Pfarrhaushälterin bin ich diesbezüglich weitgehend entlastet. Besorgungen die nötig sind, erledige ich an meinem freien Tag.
5) Welche Vorteile, welche Nachteile hat für Sie die zölibatäre (ehelose) Lebensform?
a) Der Zölibat ist ein leuchtendes Zeichen in unserer Zeit - es gibt da etwas, nein jemanden, für den es sich lohnt in dieser Form des Verzichtes, der jedoch um ein vieles Mehr gibt, zu leben.
Nicht vergessen sollte man, dass wir durch die Priesterweihe sozusagen in einer „bräutlichen“ Liebe mit Christus vereint, Ihm gleichgestaltet werden. Die zölibatäre Lebensform ermöglicht mir, ganz für die Gemeinde da zu sein.
b) Ich sehe im Zölibat keine Nachteile. Es gilt jedoch auch in diesem Zusammenhang: „Wer also zu stehen meint, der gebe acht, dass er nicht fällt!“ (1 Kor 10,12).
6.) Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft vor?
Meine Zukunft lege ich in Gottes Hände, Er wird mich führen.
Es gibt einen schönen Ausspruch eines verstorbenen Priesters: „Alle Fügungen Gottes sind lauter Barmherzigkeit und Liebe.“ - Mit dieser Intention möchte ich leben und es so halten - Jesus ich vertraue auf Dich!
1.) Warum sind Sie Priester geworden, Herr Dechant Linhardt? Gibt es ein Berufungserlebnis?
Ich bin Priester geworden, weil ich in meinem Innersten davon überzeugt bin, dass Gott mich für diesen Dienst „vorgesehen hat“. Ein Indiz dafür ist für mich, dass ich bereits als kleiner Bub großen Gefallen an der Kirche gefunden habe und diese Begeisterung eigentlich nie aufgehört hat. Auch wenn mein Weg zum Priestertum kein geradliniger war, war die Verbindung zur Kirche nie unterbrochen gewesen. Durch viele kleinere und größere Erfahrungen hat mir Gott immer wieder gezeigt, dass ich für die Menschen in dieser Gestalt (als Priester) da sein und ihnen seine Liebe erfahrbar machen soll. Ich habe meine Entscheidung, ein Ja zu dieser Berufung gesagt zu haben, nie bereut. Ein konkretes einmaliges Berufungserlebnis gibt es daher bei mir nicht.
2.) Was macht Ihren Beruf schön? Was macht ihn schwer?
a) Für die Menschen da zu sein und ihnen etwas Großartiges für ihr Leben sagen und bezeugen zu können. Jedem Leben eine wunderbare Perspektive eröffnen zu dürfen, von der ich zutiefst überzeugt bin, dass sie stimmt. Den Menschen zu helfen, wegen dieser Perspektive immer nach vor schauen und aufstehen zu können und ihnen den zu vermitteln, der dabei die große Hilfe und Stütze ist: Jesus Christus. Zu zeigen, dass es immer richtig und sinnvoll ist, die Liebe zu leben.
b) Dass das in aller Gebrechlichkeit versuchte Bestreben, christliche Werte zu leben auch von Christen, häufig als falsch angesehen wird und man dafür oft wenig Unterstützung findet.
3.) Wie verbringen Sie Ihre Freizeit? Haben Sie Hobbys?
Ich möchte mich wirklich mühen, mich soweit es geht in den Dienst nehmen zu lassen, daher ist meine Freizeit auch knapp. Da man aber auf die Gesundheit achten und mit ihr nicht spielen soll, muss ich vielleicht doch mehr darauf achten, dass Freizeit und Erholung nicht zu kurz kommen.
Das Beschäftigen mit Büchern und das Betrachten und Genießen von Kunst sowie historische Forschung sind meine liebsten Freizeitbeschäftigungen.
4.) Wie erledigen Sie Ihre Hausarbeiten?
Von den Hausarbeiten bin ich großteils durch tüchtige MitarbeiterInnen befreit.
5) Welche Vorteile, welche Nachteile hat für Sie die zölibatäre (ehelose) Lebensform?
Die Vorteile: Sich vollkommen und ungeteilt dem Dienst an Gott und den Menschen widmen zu können. Durch Verzichten weisen wir immer darauf hin, dass wir glauben, dass es Vollkommeneres und Erfüllteres gibt als jedes Glück auf Erden.
Der Nachteil: Wir müssen aufpassen, dass wir nicht beziehungslose Menschen werden und unser Leben dadurch verkümmert, denn dann können wir nicht „Diener der Freude“ sein. Erfülltes, freudvolles Leben ist nämlich immer ein Leben in Beziehungen.
6.) Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft vor?
Ich habe diesbezüglich keine besonderen Vorstellungen. Mit der Priesterweihe habe ich mich von Gott vorbehaltlos für die Menschen in Dienst nehmen lassen, dies möchte ich, so lange es möglich ist, auch tun - in welchen Aufgaben auch immer. Der jeweilige Bischof ist dabei der, der uns „einteilt“. Dass er das darf, haben wir ihm in der Weihe versprochen. Außerdem glaube ich natürlich, dass Gott mein Leben in seiner Hand hält und es auf Dauer gut werden lässt.

Wort des Pfarrers
Die Schöpfung ist gut
Thema
Schöpfungsverantwortung
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Am Ende des sechsten Schöpfungstages heißt es: „Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut" (Genesis 1,31), wie überhaupt im Bericht der Bibel über die Erschaffung der Welt und des Menschen (Gen 1) immer wieder der Satz: „Gott sah, dass es gut war", zu lesen ist. Er kann gar nichts Schlechtes und Unvollkommenes schaffen, weil er DER Gute, Schöne, Vollkommene … ist. Er ruft ins Dasein, um uns an seiner Herrlichkeit, an seinem Leben Anteil zu geben. Er ist sich nicht selber genug, sondern teilt sich mit. Die Liebe möchte sich immer verschenken, und Gott ist die Liebe. Nicht nur der Mensch, die Krone der Schöpfung, sondern alles Geschaffene soll sich darüber freuen und Gott dafür loben. „Preist den Herrn, all ihr Werke des Herrn!", heißt es im Buch Daniel (Dan 3,57). Das, was wir Menschen in der Schöpfung sehen, ist nach der Heiligen Schrift uns zur Freude und zum Leben übergeben. Wir haben alles als Geschenk zu sehen, es ist uns anvertraut, und wir dürfen es auch nicht zerstören, denn wir haben es nicht gemacht. Der Mensch ist nicht der Schöpfer. In Ehrfurcht und Dankbarkeit haben wir allem zu begegnen und es so zu gebrauchen. Es sind Hinweise der Liebe Gottes zu uns und seiner Sorge um uns.
Wie wir Menschen ist die gesamte Schöpfung in Freiheit gesetzt, und dadurch ist auch möglich, dass das Böse eine Chance hat, und das wirkt sich aus. Im Verhalten des Menschen sehen wir dies wahrscheinlich am deutlichsten, aber es gibt z.B. auch die Naturkatastrophen, die nicht vom Menschen verursacht werden. Sie haben ihren Grund in der Freiheit der Schöpfung, sich gegen gottgewollte Ordnungen zu entscheiden.
Alles ist der Vergänglichkeit unterworfen. Aber nicht um im Nichts zu verschwinden, sondern zur Entfaltung hingeführt zu werden. „Auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt", schreibt Paulus im Römerbrief (Röm 8,21 f). In der Offenbarung ist dann vom „neuen Himmel" und der „neuen Erde" die Rede (Offb 21,1). Wir sollen uns am Schönen der Welt freuen, dieses bewahren und behüten, es als Ausdruck der Zuwendung Gottes zu uns sehen. Die Begrenztheit des Geschaffenen können wir annehmen, weil wir glauben, dass sich einstens, wie in unserem Leben, auch in der übrigen Schöpfung das Vollkommene auf Dauer durchsetzen und Bestand haben wird.
Ihr Dechant und Pfarrer Dr. Erich Linhardt
In unserer Diözese lautet der Jahresschwerpunkt „Auf Christus schauen". Hat diese Aufforderung etwas mit Schöpfungsverantwortung zu tun? Gibt es einen Zusammenhang von „Christ sein" und der Bewahrung der Schöpfung? Ich meine: Der Schöpfung, der Umwelt kann nichts Besseres passieren, als dass wir alle „auf Christus schauen"! Denn Christus war immer schon „durchscheinend" auf uns Menschen, die Schöpfung, das irdische Leben hin. Es ist schlechterdings unmöglich, Christus anzusehen und die Not der Schöpfung nicht wahrzunehmen. Christus selbst gibt uns in der Rede zum Weltgericht (Mt 25, 31- 46) dazu die beste Einschulung! Wer Not wahrnimmt und nicht handelt, ignoriert Jesus persönlich... Was ist heute zu tun? Papst Benedikt XVI. fordert uns in seiner neuen Enzyklika „Caritas in veritate" auf, „die Erde, das Wasser und die Luft als Gaben der Schöpfung" zu „verteidigen":„Die Kirche hat eine Verantwortung für die Schöpfung und muss diese Verantwortung auch öffentlich geltend machen. Und wenn sie das tut, muss sie nicht nur die Erde, das Wasser und die Luft als Gaben der Schöpfung verteidigen, die allen gehören. Sie muss vor allem den Menschen gegen seine Selbstzerstörung schützen. […] Um die Natur zu schützen, genügt es nicht, mit anspornenden oder einschränkenden Maßnahmen einzugreifen, und auch eine entsprechende Anleitung reicht nicht aus. Das sind wichtige Hilfsmittel, aber das entscheidende Problem ist das moralische Verhalten der Gesellschaft." (Nr. 51) Welches moralische Verhalten ist von uns gefragt? Anhand der vier Kardinaltugenden (nach Ambrosius von Mailand) Gerechtigkeit, Tapferkeit, Weisheit und Mäßigung lässt sich unsere Haltung leicht überprüfen – um dann zu einem schöpfungsfreundlichen Handeln zu kommen. Es wäre reizvoll, die gebräuchlichen Gewissenspiegel ökologisch zu erweitern, und dabei die erwähnten Tugenden als Orientierung zu nehmen: a. Mäßigung Wie viel unnötige Energie verbrauche ich? (Weihnachtsbeleuchtung von Fassade und Garten, stand by - Funktion, Elektrogeräte ohne Ende...) Brauche ich wirklich alles, was ich kaufe? Wie oft benutze ich das Auto aus Bequemlichkeit und nicht Notwendigkeit? b. Gerechtigkeit Bin ich mir dessen bewusst, dass mein Handeln Auswirkungen auf meine Mitmenschen und die zukünftigen Generationen hat? Welche Auswirkungen mute ich ihnen zu (Atommüll, Gentechnik, belastete Luft und Gewässer...)? c. Weisheit Informiere ich mich über die Dinge meines Gebrauches, deren Herstellung, Umweltbelastung, „unsichtbare" Nebenkosten? Schaffe ich es, den Horizont der ganzen Menschheitsfamilie zu sehen und meine Handlungen darin einzuordnen? Hier in Voitsberg könnte das heißen: Arbeitsplätze ja, aber nicht auf Kosten einer ungebührlichen Belastung von Mensch und Klima. d. Tapferkeit Handle ich beherzt für die Schöpfung – auch wenn es eine Änderung meines Verhaltens bedeutet – oder verdränge ich Unangenehmes? Schaffe ich es, „gegen den Strom zu schwimmen"? Das Anliegen ist das gleiche seit der Erschaffung der Welt: „Bebaut die Erde und behütet sie"! (Gen 2,15) Die konkrete Ausformung aber ändert sich – je nach Notwendigkeit, nach Wissenstand, nach aktuellen Problemen… Wie können wir konkret Schöpfungsverantwortung tragen? Ganz einfach: durch unseren Lebensstil! Als Einzelne/r, aber auch als Kirche insgesamt: Ernährung, Konsum, Energieverbrauch, Mobilität und Freizeit sind Felder für Gewissenserforschung und das Ausprobieren von wirklich zukunftsfähigen Alternativen. In diesem Sinne sollte es heißen: Christen LEBEN Schöpfungsverantwortung! Mag. Hemma Opis-Pieber Umweltbeauftragte der Diözese Graz-Seckau

Wort des Pfarrers
Aufgeweckt
Thema
Auferweckt zum Leben
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Pfarrblatt 86
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„Das ist ein aufgeweckter Bursche, ein aufgewecktes Mädchen!“, sagt man oft, wenn ein Kind besonders interessiert, eifrig und schlagfertig ist.
Als Christen müssten wir eigentlich alle zu den Aufgeweckten zählen. Nicht nur weil wir mit besonderen geistigen und körperlichen Fähigkeiten ausgestattet wären, sondern weil wir auch anders begabt sind. Wir werden von „dem Auferweckten“ immer wieder aufgeweckt und mit seinem Geist beschenkt – wenn wir es zulassen. Was ist damit gemeint?
Wenn wir glauben, dass Jesus von den Toten auferstanden ist, auferweckt wurde, Gott zu ihm Ja gesagt hat, Ja auch zu dem, was er getan hat, dann waren seine Haltungen im Leben absolut richtig. Wir, die wir diese Botschaft annehmen und uns dadurch auf Jesu „Weckruf“ täglich einlassen, bekommen dann Antworten auf die Situationen des Lebens geschenkt. Antworten, die deuten, die Sinn geben, die Hoffnung und Liebe stärken und die wir selber als richtig erfahren. Seit Christus von den Toten auferstanden ist – auferweckt wurde -, gibt es nichts Sinnloses mehr in der Welt, wenn wir es im Lichte Christi deuten.
Wir können froh und gelassen in die Zukunft schauen, wenn wir – oft auch entgegen allem sinnlos Erscheinenden – lieben und Gutes tun.
Denn wir dürfen glaubend vertrauen, dass das Leben bei Gott und die Liebe die letzte Bestimmung in unserem Dasein sind. Was kann noch schief gehen?
Wenn wir uns nun vom Auferweckten auch aus unserer oftmaligen Lethargie und Orientierungslosigkeit aufwecken lassen und uns auf Christus einlassen, können wir immer das Positive und Gute ausstrahlen. Wie ein aufgewecktes Kind wirken wir dann in unserer Umgebung und auf diese erfrischend und lebendig und stecken damit hoffentlich viele an.
Ihr Dechant und Pfarrer Dr. Erich Linhardt
Das Bild auf der Titelseite befindet habe ich für den Karner in Geistthal gestaltet. Wenn Menschen dorthin gehen, wo die Toten aufgebahrt werden, stellt sich ihnen die Frage: Was ist eigentlich das Leben?
Wir alle haben das Leben als Geschenk bekommen. Seither tragen wir die Sehnsucht in uns, dass sich dieses Leben entfaltet, gelingt, schön und erfüllt ist. Wir alle wissen aber auch, dass vieles unser Leben einschränken, in Gefahr bringen und bedrohen kann.
Und wir wissen vor allem auch von der Wirklichkeit des Todes. Der Dichter Reiner Maria Rilke schreibt in einem Gedicht:
„Der Tod ist groß. Wir sind die Seinen lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen, wagt er zu weinen mitten in uns.“
Leben ist Geschenk. Es ist Kommunikation und Gemeinschaft. Unser Körper baut sich auf aus einer wunderbaren Vielzahl an Zellen. Dieses körperliche Leben hängt von Anfang an mit Menschen zusammen, mit Mutter und Vater, aber auch mit vielen anderen, die uns im Leben begleiten.
Und dann hängt unser Leben auch von der Natur ab, die uns Luft, Wasser und Sonne zum Leben zur Verfügung stellt. Wir freuen uns über das Grün der Natur und ihr Wachsen, über das strahlende Blau des Himmels, das klare Wasser und das Gold der Sonne.
Diese Bilder der Natur, die wir in uns tragen, habe ich in dem Fenster im Karner von Geistthal anzudeuten versucht. Das Goldgelb eines Lichtstrahls durchbricht die Scheibe von oben nach unten und teilt sie in zwei Hälften. Die Grundfarben der Scheibe sind Grün- und Blautöne, die uns aus der Natur in Landschaft, Feld und Himmel vertraut sind.
Der Streif in der Mitte kann auch wie von unten herauswachsend erscheinen, vom Dunkel ins Licht, wie eine Korn, das aus der Erde sprießt. Zart wird Bewegung angedeutet, in den Linien und der Struktur, von oben nach unten und umgekehrt von unten nach oben; auch von links nach rechts und umgekehrt führen Linien des Lebens. Zart leuchten die Farben im durchscheinenden Licht.
So ist das Fenster ein Bild und Gleichnis für Mensch und Welt, für die Sehnsucht und Hoffnung auf ein Leben auf Dauer, das uns von Gott geschenkt wird, wie wir Christen glauben. So wie Gott seinen Sohn Jesus Christus auferweckt hat, so können auch wir die Auferweckung erwarten.
So schreibt der Apostel Paulus: „Gott, der voll Erbarmen ist, hat uns, die wir infolge unserer Sünden tot waren, in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, mit Christus wieder lebendig gemacht. Er hat uns mit Christus auferweckt.“ (Epheser 2,4-6)
Paulus spricht hier von der Auferweckung zum Leben schon hier und heute, schon jetzt mitten in unserem Leben und nicht erst am Ende des Lebens. Das ist die Trendwende und das Neue: Wir können befreit werden von dem, was todbringend ist und uns am Leben und an der Liebe hindert. Wir sind hier und heute schon auferweckt und können mitten im Leben ein Fest der Auferweckung feiern.
Das ist die Botschaft des Osterfestes, die sich auch für uns in diesem Jahr erfüllen will.
Dr. Kurt Zisler, geboren 1945 in Bärnbach, ist Religionspädagoge und Künstler, bis 2007 Direktor der Religionspädagogischen Akademie (RPA) Graz
Im Internet: http://kurt.zisler.at/

Wort des Pfarrers
Lourdes und die Wunder
Thema
Ich war krank und ihr habt mich besucht
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Pfarrblatt 85
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Viele Kranke pilgern nach Lourdes, in der Hoffnung, dort Heilung zu finden. Nicht umsonst hat daher Papst Johannes Paul II. im Jahre 1993 den 11.2., das Datum des ersten Erscheinungstages von Lourdes, als Welttag der Kranken eingeführt.
Wie viele Wunder nach landläufigem Verständnis aber passieren in Lourdes wirklich, d.h. wie viele Menschen werden dort konkret von ihren Gebrechen „befreit“? Nur wenige davon ereignen sich, und trotzdem machen sich Jahr für Jahr immer wieder Unzählige auf den Weg dorthin. Was sind die Ursachen dafür, sich immer wieder Hoffnungen auszusetzen, könnte man fragen. Oder klammert man sich eben in ganz schwierigen Situationen an jeden Strohhalm?
Ich glaube, dass die Wunder von Lourdes immer wieder und viel viel zahlreicher geschehen als wir berichtet bekommen und erahnen können. Warum? Weil sie sich auf einer ganz anderen Ebene – als wir dies üblicher Weise erwarten – ereignen, nämlich auf der geistig-geistlichen. Was heißt das? Niederdrückend ist immer die verletzte Seele. Sie macht in erster Linie das Leben schwer. Wenn die Seele krank ist, dann wird jedes Gebrechen um so schwerer zu tragen und zu ertragen sein. Die Sinnhaftigkeit des Lebens wird massiv in Frage gestellt werden.
Lourdes kann mir auf die Fürsprache der Gottesmutter und durch die Erfahrung der Gemeinschaft von Glaubenden helfen, darauf zu vertrauen, dass meine Krankheit, meine Behinderung kein Nein Gottes ist, keine Strafe; ich darf erfahren, dass er zu mir hält und alles gut werden lässt. Lourdes hilft mir, zu dem Geschenk der Sakramente neu hinzufinden, von Schuld befreit zu werden und zu erfahren, dass es Gott, den Liebenden, wirklich gibt; er hat sich uns in Lourdes durch Maria mitgeteilt.
Der Glaube wird mir gestärkt. Der Glaube, dass ich trotz der Behinderung wertvoll und wichtig bin, das Leben trotzdem sinnvoll ist, dass trotzdem die Liebe in mir und durch mich mächtig werden kann: und das ist das alles Entscheidende.
Eine billige „Wunder-Hoffnung“ – eine Wallfahrt, ein Gebet, eine Kerze anzünden, und morgen sind der Krebs, die Behinderung weg – wird in Lourdes nicht erfüllt werden.
Das wahre Heilwerden fängt in der Seele an, und das schenkt Lourdes immer wieder, oft und oft. Das sind dann die eigentlichen Wunder.
Ihr Dechant und Pfarrer Dr. Erich Linhardt
An einer von unzähligen Lebensgeschichten sei das verdeutlicht, wie Krankenhausseelsorge wirken kann: Ich treffe eine Patientin mittleren Alters. Sie ist nicht besonders kirchlich verankert, aber spirituell offen. Ihre tiefe Niedergeschlagenheit und Trostlosigkeit verleiht sich Ausdruck im Gefühl umfassenden Verschuldens, trostlosen Verlassenseins und Bestraftseins von Gott. Bei zwei Einzelgesprächen bekomme ich langsam Einblick in einen tragischen Lebensverlauf: tiefes Gefühl des Ungeliebtseins von der Mutter, den sehr geliebten Vater hat sie früh verloren. Dann eine kurze, sehr glückliche Ehe. Aber ihr Mann begeht in Depression Selbstmord. Aus dieser Zeit blieben noch viele Schuldgefühle, Fragen und Widersprüche: Habe ich ihm zuwenig meine Liebe gezeigt? Warum hat er mir das angetan? Sie ist noch immer wütend auf ihn, verbietet sich aber zugleich diesen Gedanken als schuldhaft. Sie bleibt dann Jahre partnerlos und zieht die gemeinsame Tochter alleine auf. In die Zeit nach dem Tod ihres Mannes fällt auch die erste Erkrankung. Die Tochter ist inzwischen 19, als die Patientin einen Mann kennenlernt und sich schließlich vorstellen kann, sich wieder auf eine Partnerschaft einzulassen. Nach einem halben Jahr entdeckt sie, dass ihr Partner und ihre Tochter ein Verhältnis begonnen haben. Dramatische Trennungen folgen. Tochter und Expartner bleiben zusammen, alle Kontakte brechen ab. In dieser Phase tritt ein weiterer Rückfall in ihrer Erkrankung auf.
In unserem Gespräch gibt sie schließlich heftige Hass- und Eifersuchtsgefühle gegen ihre Tochter zu, die sie zugleich über alles liebt, und hat deswegen tiefe Schuldgefühle. Ich lege ihr einen Satz aus dem ersten Johannesbrief nahe: „Wenn unser Herz uns verdammt, ist Gott größer als unser Herz.“ Ich ermutige sie, ihre dunklen Gefühle zu äußern und da sein zu lassen. Den biblischen Satz wenden wir gemeinsam um auf: Wenn unser Hass verdammt, dann reicht unsere Liebe tiefer als unser Hass. Bei der Krankensalbung, die mit der Beichte vorweg verbunden ist, wiederhole ich diesen Satz und schließe die Vergebung mit der zärtlichen Zusage Gottes im Sakrament der Krankensalbung: Bei der Salbung der Stirn sage ich ihr die Versöhnung und das Heil zu. Bei der Salbung der Hände betone ich den Halt, die Fürsorge, die Liebe, die sie mit diesen Händen geschenkt hat und schenkt. Ich bestätige das Gelungene und Kostbare ihres Lebens durch diese Salbung.
Nach einem halben Jahr treffen wir uns wieder und sie schildert die Krankensalbung als das intensivste Gefühl, das sie je hatte, das Gefühl, mit Zuneigung überflutet zu werden, dass Dämme der Verbitterung brachen. Sie erzählt mir von der Versöhnung mit ihrer Tochter. Und fast nebenbei bemerkt sie: „Auch die Krankheit hat sich wieder zurückgezogen.“
Manchmal geschehen durch dieses Sakrament auch körperliche „Wunder“, aber die eigentlichen Wunder liegen für mich in der Kraft der inneren Versöhnung und des Trostes, dass dieses Sakrament uns offen und empfindsam macht für uns selbst und für andere, dass Gott so zärtlich und direkt spürbar wird.
Bernd Oberndorfer, Pfarrer am LKH - Univ. Klinikum Graz

Wort des Pfarrers
Krippe und Kreuz
Thema
Dreikönigsaktion
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Pfarrblatt 84
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In den ersten Jahrhunderten des Christentums wurde jeweils am Sonntag,
dem ersten Tag der Woche, der Auferstehung Jesu gedacht bzw. diese gefeiert.
Darüber hinaus gab es alljährlich eine
ausgeprägte Feier von Tod und Auferstehung Jesu, das Fest, das wir auch Ostern
nennen.
Daneben kannte man anfangs keine
weiteren Feste. Das zentrale Glaubensgeheimnis von Tod und Auferste
hung Jesu ist ja auch das alles Entscheidende; alle anderen Feiern leiten sich da
von ab und bekommen erst von dort her ihren Sinn.
Im 4. Jh. begann man dann allmählich
Geschehnisse aus dem Leben Jesu
historisierend „nachzuahmen“ – so entstand schließlich die Karwochenliturgie,
beginnend mit dem Einzug Jesu in Jerusalem über Gründonnerstag, Karfreitag
und Karsamstag bis hin zu Osternacht und Ostersonntag.
In diesem Zusammenhang nahm man
auch die Geburt des Herrn in den Blick
– die Evangelisten Lukas und Matthäus
berichten davon –, und es entstand das
Weihnachtsfest, erstmals nachzuweisen
für das Jahr 336. Aber auch das Geburts
fest Jesu – obwohl für viele Menschen das
schönste aller Feste – erlangt seine Bedeutung erst von Ostern her. Im Kind, das in
der Krippe liegt, ist der für die Menschen
leidende, sterbende und letztlich den Tod
besiegende Christus schon mitzusehen.
So gibt es auch viele Darstellungen, die
das berücksichtigen: Die Krippe wird
manchmal schon als Sarkophag gestaltet,
oder das Jesuskind hält bereits ein Kreuz
im Arm*) oder liegt auf einem solchen.
*)Vergleiche den unten abgebildeten
Holzschnitt von Franz Weiß.
Geboren, um für die Menschheit zu
sterben, einzutauchen in alle noch
so negativen Wirklichkeiten und Belas
tungen menschlichen Seins, die durch die
Sünde verursacht werden. Das beginnt
bereits bei der Geburt
in der Armseligkeit
eines Stalles. Alle
Realitäten
eines Menschenlebens nimmt
er an, lässt
sich damit
belasten, um alles zu heilen. Diese Be
trachtungsweise vermindert dann etwas
alle Lieblichkeit und allen Kitsch, die
auch mit Weihnachten verbunden sind.
Erhebend ist die Geburt in einem Stall
wahrlich nicht, aber freuen wir uns
trotzdem ungetrübt darüber, denn für uns
alle hat damit die Erlösung aus allen Widrigkeiten begonnen.
Ihr Dechant und Pfarrer Dr. Erich Linhardt
Schwerpunktland der „Hilfe unter gutem Stern“
Mit den Spenden der Sternsingeraktion werden jährlich rund 500
Hilfsprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika unterstützt. Um
den konkreten Nutzen beispielhaft zu zeigen, wird ein Projekt
ausgewählt, das in der Öffentlichkeit mit Hintergrundinfos zum
Land dargestellt wird. Heuer ?el die Wahl auf zwei Hilfsprojekte
aus Indien.
Ausbildung für eine lebenswerte Zukunft!
Indien. Große Baumwoll?rmen nutzen in Maddur Mandal (Süd-
ost-Indien) die Armut der Bevölkerung für ihren Pro?t aus: 80%
aller Mädchen arbeiten auf den Plantagen, statt in die Schule zu
gehen. Die schwere Arbeit und der massive Einsatz von Pestizi-
den führen zu gesundheitlichen Schäden. Zusätzlich wird durch
zunehmende Dürre die Versorgung mit Wasser und Nahrung im-
mer schwieriger.
Unser Projektpartner REEDS steht den Mädchen engagiert
zur Seite:
• Für Schulbesuch und beru?iche Ausbildung: Mit Bildung ver-
bessern die Mädchen selbst ihre Lebenssituation.
• Für die Rechte der Kinder: Einsatz gegen Kinderarbeit, starke
Lobby für das Recht auf Bildung und Gesundheit.
• Für Ernährung und Gesundheit: Regenwassernutzung, saube-
res Trinkwasser, Gesundheitskurse.
Ein Teil der Spenden der Sternsingeraktion 2010 geht nach Indi-
en: Zu Menschen, die unsere Unterstützung dringend benötigen
(z.B. in Maddur Mandal, das liegt im Bundesstaat Andhra Pra-
desh, südwestlich von Hyderabad).
keine Ernährungssicherheit, es mangelt an medizinischer Be-
treuung. Vor allem für die Frauen gibt es kaum Bildung, zwei
Drittel können nicht lesen und schreiben.
Indien. Wegen der ungehemmten Industrialisierung im Bun-
desstaat Jharkand wurden Wälder abgeholzt, Grundwasser und
Flüsse verschmutzt. Die Versorgung der Ureinwohner/innen mit
Nahrung ist massiv beeinträchtigt. Mangelerkrankungen, Krebs-
und Lungenleiden haben drastisch zugenommen. Kinderarbeit
ist weit verbreitet.
Unser Projektpartner CASS steht den Ureinwohner/innen
engagiert zur Seite:
• Für Ernährung und Gesundheit: Mit Gesundheitsstationen,
Heilp?anzengärten und sauberem Trinkwasser.
• Für Hilfe zur Selbsthilfe: Mit biologischem Landbau, eigenem
Saatgut und Aufbau von Dorfgeschäften.
• Für die Rechte der Ureinwohner/innen: Mit dem Einsatz für
eigenes Land und gegen Kinderarbeit.
Seit 1997 leiden die Ureinwohner/innen der Region unter den
Kohleminen und der Gusseisenindustrie, die mit Hilfe der Welt-
bank ?nanziert wurden. Das Gebiet ist durch die Industriali-
sierung großteils abgeholzt, Grundwasser und Flüsse sind ver-
schmutzt. Gesundheit, Lebensweise und Kultur der Ureinwoh-
ner/innen sind bedroht.
Ihre Spende ermöglicht menschenwürdiges Leben.
Herzlichen Dank!

Wort des Pfarrers
Gemeinschaft über den Tod hinaus
Thema
Wir sind Kirche
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Pfarrblatt 83
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Kirche ist eine Gemeinschaft der Lebenden und der Toten; der Tod kann diese Gemeinschaft nicht zerstören, glauben wir Christen. Wir sind alle über den Tod hinaus miteinander verbunden und können deswegen auch über alle Grenzen hinweg füreinander eintreten und einander begleiten. Erst von dieser Überzeugung her sind das Gebet für die Verstorbenen und auch das Feiern der Heiligen Messen für sie sinnvoll. Aber nicht nur die Lebenden können für die Toten eintreten, auch diese können für uns beten, wobei unter den Verstorbenen gleichsam zwei Gruppen zu unterscheiden sind: Die schon ganz zur Vollendung und Entfaltung Gelangten - wir nennen sie die Heiligen - und die, die dorthin noch unterwegs sind, - wir nennen sie die Armen Seelen. Arme Seelen deshalb, weil sie für sich selber nichts mehr tun können, sondern auf unser Gebet und Opfer warten müssen. Sie können aber für uns beten, wie es die Heiligen tun, was wir glauben dürfen. Mit ihrer Liebe, die bereits vollendet ist, können sie uns vollkommener als alle anderen begleiten. Frühere sehr oft verwendete Bezeichnungen dieser beiden Gruppen von bereits verstorbenen Christen hießen: die „Triumphierende Kirche" (im Himmel) und die „Leidende Kirche" (im Fegefeuer). Wir auf Erden wurden in dieser Einteilung die „Streitende Kirche" genannt. Einmal im Jahr, zu Allerheiligen und Allerseelen, wird diese Wahrheit, dass wir alle füreinander über alle Grenzen hinweg eintreten können, besonders gefeiert. Die Heiligen, die schon ganz bei Gott, ganz im Himmel sind, dürfen unsere Vorbilder sein und sie beten für uns; sie weisen auf die Wirklichkeit des Himmels hin. Die Armen Seelen sind dorthin unterwegs und brauchen unser Gebet und unsere Begleitung. Die Grundlage für all das ist aber der Glaube an die Auferstehung und an den Himmel, der Glaube, dass der irdische Tod nicht das endgültige Aus unserer Persönlichkeit ist, dass er die unsterbliche Seele des Menschen nicht zerstören kann. Wir alle sind einzigartig und nur aus einem Grund ins Dasein gerufen worden: Nämlich aus Liebe und um auf Dauer in der Liebe vollendet bei dem leben zu dürfen, der uns erschaffen und durch Christus auch dazu erlöst hat. Dass der Himmel auf uns wartet und wir einander dorthin begleiten können, dürfen wir glauben. Es gibt nur ein Hindernis auf den Weg dorthin, und das sind wir selber, wenn wir dieses Ziel nicht wollen und uns dagegen sträuben. Aber selbst diesen Widerstand kann die Liebe, so hoffen wir, aufweichen. Daher sind das Gebet und das Opfer für die Verstorbenen (letztlich Ausdruck unserer Liebe zu ihnen) unverzichtbarer Auftrag an uns alle.
Ihr Dechant und Pfarrer Dr. Erich Linhardt
Kirche, das ist mehr als ein Gebäude. Kirche, das ist eine Gemeinschaft von Glaubenden, von Lebenden und Toten. Jede und jeder geht auf einzigartige Art und Weise seinen Weg mit Gott und wird so zum lebendigen Baustein der Kirche. Kirche, das sind Menschen mit glaubendem Vertrauen in Gott, mit Hoffnung auf Beistand. Kirche, das sind Menschen, die versuchen, Jesus Christus nachzufolgen. Und Kirche lebt auch vom Beitrag vieler. Stellvertretend haben wir folgende aktive MitarbeiterInnen unserer Pfarre um eine kurze Stellungnahme gebeten: „Mein Beitrag zur Gemeinschaft der Kirche ist..."
Mein Beitrag liegt in der Hilfe bei der Vorbereitung der Liturgie und bei kirchlichen Veranstaltungen. Dabei unterstütze ich den Dechant und andere Priester. Ich bin aus meiner Glaubensüberzeugung hier in der Kirche tätig.
Engelbert Aspeck
Mein Beitrag ist es, in erster Linie Gott zu lieben und daher sind mir die Hl. Messe und das Beichtsakrament wichtig. Daraus nährt sich die Nächstenliebe. Mir ist das fürbittende Gebet wichtig. Als Leiterin des Rosenkranzvereines setze ich mich für das Rosenkranzgebet ein. Gott führte mich dazu und zeigte mir, wo er mich braucht. Während der langen Zeit in der Gemeinschaft der Kirche hat Gott mir dies als mein Talent gezeigt.
Justine Gallaun

Wort des Pfarrers
Das wird ein Fest sein!
Thema
Die Pfarre Voitsberg feiert - feiern Sie mit!
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Pfarrblatt 82
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Die Pfarre Voitsberg bietet jedes Jahr im Herbst verschiedene „außerordentliche Veranstaltungen" unter dem Thema „Die Pfarre Voitsberg feiert" an. Darunter sind unter anderem ein Pfarrball, ein Markt, ein Konzert und ein Kinderfest, sodass sich vielleicht mancher fragen könnte, ob es denn die Aufgabe einer Pfarre sei, zahlreiche Feste – auch profane wie einen Ball – anzubieten. Die Antwort darauf ist: Ja! Zum einen, weil die Freude, die durch Feiern geschenkt wird, etwas Göttliches ist, und wir zur vollkommenen Freude hin unterwegs sind. Zum anderen spüren wir dadurch etwas vom Himmel herein in unser Dasein. Es ist nicht Sinn des Lebens zu jammern und das Schlechte zu beklagen, sondern sich über das Schöne und Gute zu freuen und aus dieser Freude heraus dann auch das unausweichlich Schwere und Belastende leichter annehmen zu können. Dabei dürfen wir von der Gewissheit getragen werden, dass eben nicht das Unvollkommene und Negative die letzte Bestimmung sind, sondern die Freude, das Gute, die Liebe, letztendlich Sieger bleiben. Der Christ soll eigentlich nicht jammern und lamentieren. Dieses Verhalten zieht immer nach unten, die Freude hingegen erhebt die Seelen. Wir haben als Christen keinen Grund, vor dem Bösen zu kapitulieren, denn es ist durch Christus für uns alle überwunden und besiegt. Daher ist über allem freudige Entfaltung des Lebens und der Liebe unser Ziel. Deswegen wollen wir viele Möglichkeiten zum Feiern und zur Freude bieten. Auch alle Gottesdienste, selbst ein Begräbnis, heißen in der Kirche „Feier". Bei allem Ernsten und Schweren muss schlussendlich die große Hoffnung durchbrechen, die uns tragen kann. Martin Gutl vergleicht in seinem großartigen Text „Der tanzende Hiob" den Himmel, die Gemeinschaft mit Gott, den Ort, wo nur mehr die Liebe mächtig ist, mit einem großen, nie zu Ende gehenden Fest, wenn er unter anderem dort schreibt: Er führt uns heim!
Wenn Gott uns heimführt aus den Tagen der Wanderschaft, uns heimbringt aus der Dämmerung in Sein beglückendes Licht, das wird ein Fest sein! Da wird unser Staunen von neuem beginnen. Wir werden Lieder singen, Lieder, die Welt und Geschichte umfassen. Wir werden singen, tanzen und fröhlich sein, denn Er führt uns heim: aus dem Hasten in den Frieden, aus der Armut in die Fülle.
Ihr Dechant und Pfarrer Dr. Erich Linhardt
Die Katholische Jungschar Die Katholische Jungschar ist die größte Kinderorganisation in Österreich. 140.000 Kinder im Alter von 8 bis 15 Jahren (inkl. 13.000 aus Südtirol) sind bei der Jungschar. In der Steiermark sind es rund 12.000 Mädchen und Buben, die von 1.100 zu einem großen Teil ehrenamtlich Engagierter begleitet und betreut werden. Sie investieren etwa 7 Stunden pro Woche im Jahresschnitt in ihr Engagement für die Kinder. Neben der Arbeit in Kindergruppen und auf Lagern ist die Jungschar auch in der Lobby für Kinder tätig. Das heißt, dass die Jungschar als kirchliche Stimme auch auf Situationen der Kinder in unserer Gesellschaft hinweist. Das Ziel ist immer, nach dem Vorbild von Jesus Christus (das Motto der Jungschar ist: Jesus stellte die Kinder in die Mitte und segnete sie. Vgl. Mk 10,13-16, Mt 18,2) an einer kinderfreundlichen Kirche und Gesellschaft mitzugestalten und Kinder und ihre Spontaneität und ihren neugierigen, tiefen Glauben, der nicht nach Beweisen fragt, auch für Erwachsene zum Vorbild zu nehmen. Die Arbeit mit Kindern orientiert sich an deren Bedürfnissen. Sie ist geprägt vom Bemühen, die Sichtweise der Kinder einzunehmen und dementsprechend zu handeln. Außerdem engagiert sich die Jungschar für PartnerInnen in der Dritten Welt; ein Teil dieses Einsatzes drückt sich in der jährlichen Sternsingeraktion aus. Die Junge Kirche ist eine Servicestelle, die die Arbeit der GruppenleiterInnen und Verantwortlichen in den steirischen Pfarren mit Kindern und Jugendlichen unterstützt und begleitet. Es werden Behelfe angeboten, die es leicht machen, eine Gruppenstunde zu gestalten, oder Pfarren werden beim Aufbau einer Jungschar unterstützt. Auch werden Aus- und Weiterbildungen angeboten (Grundkurse, Schulungen zu Methoden, Gottesdienstgestaltung, Weihnachten, Ostern, Heilige uvm.) und Aktivitäten für Kinder und Jugendliche organisiert, die die Kapazitäten einer einzelnen Pfarre übersteigen. Beispielsweise wurde im heurigen Sommer das einwöchige Kinderfestival „Miraculum" für 1000 Kinder und ihre 250 Begleitpersonen veranstaltet. 350 Jugendliche und Erwachsene haben ihre Freizeit für die Workshopgestaltung und Organisation zur Verfügung gestellt. Oder es werden Wallfahrten organisiert, zB. nach Assisi mit MinistrantInnen ab der Firmung oder nach Rom zur Internationalen Miniwallfahrt CIM im Sommer 2010. Das Magazin der Jungschar VOLL.BUNT wird 4x im Jahr herausgegeben und beinhaltet Hintergrundinformationen zu Themen für die Arbeit mit Kindern oder zu Bereichen der Jungschar, wie Entwicklungspolitisches Engagement der Sternsingeraktion oder Ministrantenpastoral. Aber auch hier finden sich Methoden und Bausteine für die praktische Arbeit mit den Buben und Mädchen. Im Jungscharshop können kleine Geschenke wie T-Shirts oder Trinkflaschen, Gebetswürfel aber auch die erwähnten Behelfe, Spiele- und Methodenkarteien oder einfache Spielgeräte gekauft werden. Die Jungschar hat eine große Vision, und durch das Engagement für die Kinder und mit den Kindern in jeder Pfarre kommt man dieser Vision von einer besseren Welt und einem gelungen Leben ein wenig näher: In der Jungschar gehen wir von der Vision eines Zusammenlebens aus, wo Kinder und Erwachsene, Männer und Frauen, Arme und Reiche, behinderte und nicht behinderte Menschen, ... aus dem Glauben geprägt und in der Nachfolge Jesu das Leben miteinander teilen. Auf dem Weg zu einer so gestalteten christlichen Gemeinschaft leisten wir unseren Beitrag zu einem geglückten Leben der Kinder! Sonja Hiebler, Leiterin d. Jungen Kirche
Informationen zur Jungschar finden sich auch im Internet unter www.jungschar.at/steiermark

Wort des Pfarrers
Der Saum des Gewandes
Thema
Das Jahr der Priester
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Am 13. Sonntag im Jahreskreis, heuer der 28.06., hörten wir das Evangelium von der „blutflüssigen Frau". Eine Frau, die schon jahrelang an Blutungen litt, wollte zu Jesus, um von ihm geheilt zu werden. Im großen Gedränge um Jesus kam sie nicht direkt an ihn heran, sondern berührte nur den Saum seines Gewandes weil sie dachte: „Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt", und sogleich spürte sie eine Kraft von ihm ausgehen und fühlte deutlich, dass sie von ihrem Leiden geheilt war (vgl. Mk 5, 28 f). Gerade im Sommer haben viele Menschen wieder vermehrt die Möglichkeit gleichsam „den Saum des Gewandes von Jesus zu berühren". Was meine ich damit? Es gibt zahlreiche Kulturangebote in Kirchen und Klöstern. Von Konzerten über Ausstellungen bis hin zur Möglichkeit, eine kurze Zeit in einem Kloster mitzuleben. Wenn wir in fremde Länder oder auch nur in uns nicht bekannte Städte und Orte der Heimat kommen, besichtigen wir z. B. häufig die Gotteshäuser – oft auch mit einer Führung. Durch all das berühren wir den Saum des Gewandes Jesu. Das heißt, wir treten nicht intensiv mit ihm in Kontakt, rühren ihn nicht so stark an wie bei einer heiligen Messe und dem Empfang der Eucharistie, werden nicht mit den großen Glaubenswahrheiten konfrontiert, sondern nähern uns ihm von außen: Dabei ereignet sich aber auch schon etwas an göttlicher Erfahrung, wie es die „blutflüssige Frau" erleben durfte. Deswegen bin ich ein großer Verfechter von beispielsweise Konzerten (natürlich mit geeigneter Musik) in den Kirchen, weil dabei auch spirituell etwas „passieren" kann. Es ist auf keinen Fall „religiös nichts". Oder wie es auch die Angebote der „Langen Nacht der Kirchen" waren. Menschen, die sonst wenig Nähe zur Kirche haben, kommen und treten so mit ihr und letztlich mit Christus in Kontakt. Ich wünsche vielen im heurigen Sommer solche Gelegenheiten, den „Saum des Gewandes Jesu" berühren zu dürfen und denen, die schon stärker mit ihm in Verbindung getreten sind, viele Möglichkeiten andere zumindest dort hinzuführen.

Ihr Dechant und Pfarrer Dr. Erich Linhardt
• Hiermit bittet uns der Hl. Vater in diesem Jahr in besonderer Weise, für die Heiligung der Priester und um geistliche Berufungen zu beten. • Der Priester ist Bindeglied zwischen Gott und den Menschen. Vom Haupt Christi strömt die Gnade zum Leib Christi. Wir sind berufen einander zu dienen. Der Leib braucht das Haupt, das Haupt braucht den Leib. Es ist ein Dienst füreinander. • Was bedeutet die Gemeinde für den Priester? In dem Maß, wie sie mit Christus lebt, wird auch das Priestertum des Priesters fruchtbar. So ist der Priester „abhängig" von den Gläubigen. • Alle brauchen den Priester! Eigentlich müsste es das Interesse eines jeden Gläubigen sein, um das Priestertum zu beten, dass uns die Wege zu Gottes Heil bereitet. • Wir dürfen vertrauen, dass Priesterberufungen durch das gebet Gott geweckt werden können. • Gibt es im Volk Gottes überhaupt noch Sehnsucht nach Priestern? Da müsste sich jeder ehrlich einmal fragen: Wie sieht es bei mir aus? • Möge dieses Jahr der Priester eine Chance sein, die Sehnsucht nach Priestern in unseren Herzen neu zu wecken bzw. zu stärken. • So wollen wir der Bitte unseres Hl. Vaters nachkommen und das Anliegen „für und um Priester" zu beten vor jeder Hl. Messe im Rosenkranzgebet einschließen. Auch der Rosenkranzverein wird diese Sorge im täglichen Gebet mittragen. • Jeder ist eingeladen und aufgerufen, im persönlichen Gebet diesen Wunsch des Hl. Vaters mitzutragen. Es geht um unser aller Seelenheil. Einem Mitbruder sagte der hl. Pfarrer von Ars:
„Wenn du wüsstest, wer du als Priester bist, du würdest sterben aus Ehrfurcht vor dir selber!" Justine Gallaun
*) Jean-Baptiste Marie Vianney (* 8. Mai 1786 ; † 4. August 1859), war ein katholischer Priester und wirkte mehrere Jahrzehnte mit äußerster Hingabe als Pfarrer in Ars (Frankreich). Er wurde von Papst Pius XI. am 31. Mai 1925 heiliggesprochen.
Anlässlich des 150. Todestages des heiligen Pfarrers von Ars*), Johannes Maria Vianney, des Patrons aller Priester, kündigte Papst Benedikt XVI. ein „Jahr der Priester" an, das vom 19. Juni 2009 bis zum 19. Juni 2010 dauern wird.

Wort des Pfarrers
Feuer und Flamme sein
Thema
Von der Macht des Feuers
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Für etwas „Feuer und Flamme sein“, sagt man, wenn jemand von einem Menschen oder von einer Sache ganz und gar begeistert ist. So ist es naheliegend, dass auch im christlichen Glauben das Feuer und das Licht als Symbole aufgegriffen werden, um Wahrheiten auszudrücken. Dabei, so meine ich, geht es um ein Zweifaches. Erstens sollen Feuer und Flamme zeigen, dass Gott von uns begeistert ist, das heißt, dass ihm unendlich viel an uns liegt. Wenn wir uns zweitens von dieser Begeisterung Gottes für uns anstecken lassen, dann werden letztendlich auch wir für Gott Begeisterung empfinden und auch für unsere Mitmenschen. Dann kann alles von der Kraft der Liebe durchdrungen werden, so wie das Feuer durchdringt, und es kann alles Sein zum Leuchten kommen.
In der Osterzeit werden Feuer und Licht zur Darstellung dieser Wahrheit zweimal besonders eingesetzt. Am Beginn und am Ende.
Die Osternachtfeier wird eingeleitet mit dem Entzünden eines Feuers, von welchem wiederum die Osterkerze ihr Licht empfängt. Das Symbol des Osterfeuers in der Osternacht ist in der Deutung der Kirche auf die Lichtsymbolik eingeschränkt, wie es das Weihegebet auch zum Ausdruck bringt:
„... segne dieses Feuer, das die Nacht erhellt, und entflamme in uns die Sehnsucht nach dir, dem unvergänglichen Licht...“
Schließlich ist die österliche Feuersymbolik auf die Osterkerze, das Zeichen für den auferstandenen Herrn, übergegangen; sie wird nach dem Anzünden am Osterfeuer in den nachtdunklen Kirchenraum getragen. Christus das Licht macht die Welt hell!
Das Licht wird an die Gläubigen weitergegeben, das heißt, wir lassen uns anstecken von Christus dem Licht und kommen so selber zum Leuchten. Unser Leben wird hell und durch uns dann auch immer mehr das Leben der anderen Menschen.
Am Ende der Osterzeit – nach 50 Tagen – steht das Pfingstfest. An ihm spielt noch einmal das Feuer eine besondere Rolle. Der Heilige Geist kommt in Form von Feuerzungen, er will alles Leben mit seiner Kraft durchdringen. Dieses Feuer des Geistes Gottes zeigt wieder seine Begeisterung uns Menschen gegenüber und die Kraft seiner Liebe. Er verschenkt sich uns ganz in seinem Sohn, damit wir Licht in dieser Welt haben und zum Leben in Fülle hinfinden.
Gott möchte uns in seiner großen Begeisterung für uns mit der Macht seines Geistes anrühren, wir dürfen dadurch seine Liebe zu uns in Christus erkennen. Nur wenn wir dieses Geschenk immer mehr annehmen, kommen wir so selber immer mehr zum Leuchten, angesteckt vom Licht Christi.
Ihr Dechant und Pfarrer Dr. Erich Linhardt
Die Entdeckung und Zähmung des Feuers durch den Menschen war eine kulturelle Großtat und hob ihn auf eine neue Ebene des Lebens. Das Feuer gab unseren Vorfahren Wärme, Licht, Sicherheit. Man konnte mit seiner Hilfe wilde Tiere fernhalten, Waffen aus Holz härten und Fleisch und andere Speisen braten und kochen. Später lernte der Mensch auch Keramik zu brennen und Erze zu schmelzen. Neben den Wohltaten des Feuers lernte man aber auch dessen vernichtende Kraft kennen und so verwundert es auch nicht, dass man das Feuer unter den Schutz höherer Mächte stellte.
Zum kirchlichen Brauchtum des hohen Osterfestes gehört das „ignis paschalis“, die christliche Feuerweihe am Morgen des Karsamstags. Von den Kirchhöfen ausgehend fand diese als Osterfeuer Eingang in das allgemeine Brauchtum und weite Verbreitung. Ihm wird auch Heil-, Reinigungs- und Abwehrkraft zugesprochen.
Neben dem Osterfeuer kennt die Volkskunde aber auch noch andere „Jahresfeuer“. Damit bezeichnet man, im Gegensatz zu dem nur bei Bedarf abgebrannten Notfeuer, Feuer, welche jährlich an einem bestimmten Tag entzündet werden. Innerhalb des Jahres kennt die Volkskunde verschiedene aus dem Volksglauben und bäuerlichen Brauchtum entstandene Brauchtumsfeuer: Fasnachts-, Funken-, Oster-, Walpurgis-, Mai- und Sonnwendfeuer sowie Feuer an den Tagen des hl. Veit, Johannes d. T., Michael oder Martin.
Der beherrschende Grundgedanke aller dieser Feuer liegt im Abwehrzauber zum Gedeihen der Saat. Deshalb werden die Feuer auch zumeist auf überragenden Höhen entzündet, damit sie möglichst weit ins Land hineinstrahlen, jeden Acker bis zum letzten Winkel beleuchten und so alles reinigen. Dem gleichen Zweck dienen zusätzlich veranstaltete Fackelläufe, deshalb wirft man brennende Holzscheite und schlägt ebensolche Scheiben, oder rollt man Feuerräder zu Tal.
All dies tritt in unserem Raum am deutlichsten im Brauch der „Sonnwendfeuer“ auf. Diese sind über ganz Europa verbreitet und ihr Datum war seit urdenklichen Zeiten der Vorabend des Festes Johannes des Täufers, also der Abend des 23. Juni.
Bestimmend für diesen Brauch ist aber nicht die Legende des Heiligen, sondern die Sommersonnenwende, die nach alter Auffassung des Volksbrauches auf den 24. Juni fällt. Diese Sonnenwende wurde von den Germanen, aber auch von den Kelten und Slawen, vor allem mit Feuern festlich begangen.
Wir finden im „Johannisfeuer“ noch viele Spuren der alten „Notfeuer“, die angezündet wurden, um Vieh zu heilen oder Seuchen zu vertreiben. Ein Volksspruch sagt: „Ein Grund, auf dem kein Sonnwendfeuer brennt, trauert das ganze Jahr und soweit der Schein des Feuers leuchtet, wird es nicht hageln!“ Nach einer anderen Meinung vertreibt der Schein des Feuers das Ungeziefer.
Im weststeirischen Almgebiet hat sich eine Sonderform dieses Brauchtums herausgebildet und erhalten. Hier legt man großen Wert auf eine kräftige Rauchentwicklung, denn das „Sunnawendrachen“ reinigt die Luft von bösen Gewalten und erwirkt gutes Wetter für die nächste Zeit. Auch werden die Felder, über die der Rauch hinwegstreicht, in diesem Jahr besonders ertragreich.
Um die unheilvollen Mächte zu vertreiben, wird auch mit Peitschen geknallt und mit Böllern geschossen. Musik, Singen und Jodeln sorgen für eine ausgelassene Stimmung. Es wird getanzt und das Feuer übersprungen. Sehr verbreitet ist auch die Anschauung, dass eine Liebesverbindung gefestigt wird, wenn Bursche und Mädchen das Feuer gemeinsam überspringen, ohne die Hände loszulassen.
Bei manchen Sonnwendfeuern wird von den Burschen auch noch das „Scheibenschlagen“ durchgeführt. Scheiben aus Erlen-, Buchen-, Ulmen- oder Birkenholz werden auf einen Schwingstock gesteckt, im Feuer angebrannt, dann in der Luft herumgeschwungen und zum glühen gebracht, danach – mit Hilfe einer kleinen Holzbank – kräftig abgeschlagen, so dass sie weit durch die Luft fliegen. Jede Scheibe gilt einem Mädchen, Freund oder Bekannten. Fliegt die Scheibe weit, ist es ein gutes Zeichen.
Prof. Mag. et Dr. phil. Ernst Lasnik,
weststeirischer Historiker und Autor

Wort des Pfarrers
Das Gewissen erleichtern
Thema
Wie forme ich als Christ mein Gewissen?
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„Ich preise den Herrn, der mich beraten hat. Auch mahnt mich mein Herz in der Nacht." Psalm 16,7
Wenn uns das Gewissen plagt, dann merken wir zutiefst dort, wo Gott in uns wohnt, dass wir die Liebe verletzt haben. Diese Tat (Sünde) belastet unsere Seele, und es wird uns erst leichter, wenn sie „weggehoben" werden kann. Schon ein Gespräch darüber kann helfen, aber wirklich wegräumen kann sie nur der, der dadurch verdrängt wird. Durch unser Belastet-Sein wird aufzeigt, dass sein Platz in uns bedroht ist. Das heißt, wir müssen die Schuld auch vor ihm bekennen, zugeben, und dadurch davon loslassen, dann kann er sie weg räumen und uns in unserem Innersten heilen: das nennen wir dann Vergebung. Erst wenn wir loslassen, kann Gott ein schreiten, weil wir ihm dann erst die Möglichkeit dazu eröffnen. Wenn wir die Sünde nicht zugeben und nicht bekennen, dadurch an ihr festhalten, ist Gott ohnmächtig, weil er unseren freien Willen respektiert. Er greift nicht mit Gewalt ein, er kann nur sanft, auch durch das „schlechte Gewissen", für das Zugeben werben.
Beim Aussprechen des Fehlverhaltens, der Sünde, ist ganz bedeutend, dass wir sie vor jemandem bekennen, das Belastende vor einem Gegenüber beim Namen nennen. Und dieses Gegenüber ist der Priester im Sakrament der Beichte. Er sitzt stellvertretend für Christus vor mir und darf dann in dessen Namen auch die Vergebung zusprechen, die, so dürfen wir glauben, auch wirklich ist und wirkt.
Ein all gemeines „Ich bekenne", wie im Schuldbekenntnis der Hl. Messe, ist natürlich auch wert voll, aber das zutiefst Belastende kann erst durch das An- und Aussprechen wirklich ge- und behoben werden. Wir brauchen keine Angst zu haben, vor Gott Schuld und Sünde zu bekennen, denn er weiß ohnedies alles über uns und kennt uns besser als wir uns selber.
Dass Gott das Böse - wenn wir es ihm durch das Zugeben und Bekennen erlauben - wegnehmen kann, dürfen wir glauben. Wir feiern diesen Glauben zu Ostern: Gott, der das Leben und die Liebe ist, ist stärker als alles Negative und Sündhafte.
„Gott, du hast mich erforscht und kennst mich. Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir. Von ferne erkennst du meine Gedanken." Psalm 139,1f
Ihr Dechant und Pfarrer Dr. Erich Linhardt
1. Unser Rückgrat
Wie entwickeln wir für unsere Lebensführung ein Rückgrat, das uns befähigt, unsere Überzeugungen auch gegen Widerstände durchzuhalten und das uns stark macht, nicht beim ersten Gegen wind schon umzufallen? Und welche Hilfe kann uns unser Glaube hier bieten?
2. Jägerstätter
Ins öffentliche Bewusstsein der letzten Jahre ist die Auseinandersetzung über das Gewissen durch den „Fall Jägerstätter" gerückt: Franz Jägerstätter hat aus Gewissensgründen den Militärdienst im 2. Weltkrieg verweigert und wurde des halb 1943 hingerichtet. Er gilt als Vorbild für ein starkes Gewissen; aber bedeutet das, dass alle so handeln müssen wie er?
3. Das Heiligtum des Menschen
„Das Gewissen ist der verborgenste Kern und das Heiligtum des Menschen, in dem er allein ist mit Gott, dessen Stimme in seinem Innersten widerhallt." Mit diesen berühmten Worten hat das Zweite Vatikanische Konzil das Gewissen beschrieben, wohl auch im Wissen darum, dass in der Geschichte der Kirche die Gewissensfreiheit bei weitem nicht immer als hoher Wert angesehen wurde.
4. Überangebot an Werten
Das wir heute erleben, ist nicht das Fehlen „echter" Werte, wie man oft beklagt, sondern das Überangebot an Werten; damit entsteht bei vielen Menschen eine Ratlosigkeit und Unsicherheit: Wofür soll ich mich entscheiden?
5. Wie lernen wir?
Es führt kein Weg an dem vorbei, was auch sonst das Grundgesetz des Lernens ist: Wir brauchen Vorbilder, Modelle, an denen deutlich wird, worum es geht. Eine „Predigt" von oben herab bewirkt oft das Gegenteil des Beabsichtigten - das wissen alle Eltern, Priester, Lehrer...Damit kann man zwar Verhalten eine kurze Zeit lang erzwingen oder verbieten, aber man erzeugt dadurch keine positive innere Gesinnung sondern einen Gegendruck.
6. Verstärkung in einer Gruppe
Die meisten Erwachsenen kennen diese Erfahrung, dass man sich so bemüht hat um gewisse Einstellungen der Kinder, aber in dieser oder jener Gruppe wurde das alles zunichte gemacht. Hier erleben wir tatsächlich eine große Hilflosigkeit, über die wir uns nicht hinwegschwindeln dürfen. Wo gibt es Gruppen, in denen es „in" ist, zu helfen, einander aufzurichten, „Nein" zu sagen zu manchen Zeitgeistangeboten, „Ja" zu sagen zu Solidarität und Rücksichtnahme?
7. Und der Glaube?
Was bisher dargelegt wurde, gilt zu nächst unabhängig von Glauben oder Nicht-Glauben. Der Glaube kann aber ohne Zweifel eine wichtige zusätzliche Motivation darstellen. Wie kann das geschehen? Glauben bedeutet in erster Linie Vertrauen und Beziehung. Es sind nicht primär die Inhalte des Glaubens, sondern die Grund-Überzeugung für das Leben: Ich bin getragen und gehalten gegen alle Widerstände hindurch. Die Beziehung zu Gott stärkt mich und Gott traut mir zu, Stärke zu entwickeln. Und da ist noch Jesus: An ihm kann ich ablesen, was „Gewissen" heißt: Getragen vom Vertrauen zu seinem Vater konnte er sich in die Menschen, die ihn brauchte, einfühlen und bei dieser Haltung blieb er auch dann, als sich Widerstand zeigte. Das war nicht Sturheit sondern jene Haltung, die wir heute mit dem Wort „Gewissen" bezeichnen können.
8. Kleine Übungsschritte für die Gewissensbildung
a. Ich nehme und lasse mir Zeit für mich selbst und halte Zeiten der Stille aus, wo ich mich nicht von Fernsehen und Radio nieder dröhnen lasse: Ich über prüfe meine Lebensführung - passt sie zu mir, der ich Christ bin?
b. Wenn ich Zeitung lese, mache ich kurze Pausen und überdenke das Gelesene.
c. Ich nehme und lasse mir Zeit für andere: Ich übe mich im Zuhören.
d. Ich bete zu Gott um Kraft und Zivilcourage.
e. Ich bemühe mich um kleine Wachstumsschritte für mich: seelisch, geistig, sozial, religiös.
f. Ich übe mich in Empfindsamkeit und Dankbarkeit für mein Leben.
Toni Schrettle, Lieboch
Dr. Anton Schrettle ist emeritierter Professor für Religionspädagogik, für Fachdidaktik und Biblische Wissenschaften an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule in Graz-Eggenberg. Anton Schrettle ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen in den Bereichen Dogmatik, Biblische Wissenschaften, Religionspädagogik sowie Autor mehrer Schulbücher für den Religionsunterricht an Haupt- und höheren Schulen.

Wort des Pfarrers
Zum Paulusjahr 2008/2009
Thema
Paulus erzählt über sich
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Am 28.06.2008 hat Papst Bene dikt XVI. in der Basilika San Paolo fuori le mura in Rom, die über dem Grab des Völkerapostels erbaut ist, das internationale Paulus-Jahr eröffnet, das bis zum 29.06. des Jahres 2009 dauert und an den 2000. Geburtstag des Völke rapostels erinnert.
Paulus wurde als Jude in Tarsus in Kili kien geboren, war vorerst – noch unter dem Namen Saulus – ein starker Chris tenverfolger und wurde erst nach seiner Bekehrung vor dem Stadttor von Damas kus zum großen Apostel mit dem Namen Paulus, der um das Jahr 65 in Rom den Märtyrertod durch Enthaupten erlitt. Durch seine Predigten, seine Missions reisen und seine Briefe hat er maßgeblich zur Ausbreitung des Christentums und zum Aufbau der Kirche beigetragen.
Die Botschaft des Paulus sei eine Richtschnur für die Einheit der Christen, unterstrich der Papst in sei ner Predigt beim Vespergottesdienst in der Paulsbasilika. Das Wort des Völke rapostels habe nichts an Aktualität verlo ren, betonte der Heilige Vater und meinte weiter, dass Paulus nicht nur eine vereh rungswürdige Gestalt der Vergangenheit sei. Um die Botschaft des Glaubens und der Wahrheit des Apostels auch heute wieder neu zu vertiefen, habe er das Pau lus-Jahr ausgerufen. Für Paulus sei der Glaube nicht nur eine Theorie, nicht nur eine Meinung über Gott und die Welt, führte Benedikt XVI. weiter aus. Sein Glaube, sein persönli ches „Getroffensein von der Liebe Got tes“ habe den einstigen Christenverfolger bis ins Innerste erschüttert und umge wandelt.
Für Paulus sei die Kirche „nicht ein Verein, der eine bestimm te Sache voranbringen will“, betonte Be nedikt XVI. Es gehe hier nicht um eine Sache, sondern um eine Person: Jesus Christus. Nach dem Wunsch des Papstes soll das Paulus-Jahr eine starke ökumeni sche Dimension haben. Da wir in der Pfarre Voitsberg im Vorjahr die Feier „300 Jahre Josefskirche“ als Schwerpunkt hatten, wollen wir das nun noch verbleibende „halbe Paulus-Jahr“ nutzen, um uns mit dem Apostelfürsten zu befassen. In jeder Pfarrblattausgabe bis zum Juni soll darüber etwas zu lesen sein.
Die vom Papst angesprochene ökumenische Dimension wird bei uns auch dadurch unterstrichen, dass bereits seit dem 14. Jänner eine Fotoausstellung zu diesem Thema in der Ganggalerie des Pfarrhofes zu sehen ist. Was die Texte des hl. Paulus in der Hl. Schrift anlangt, möchten wir Ihnen diesmal vorschlagen, sich vielleicht mit dem „Hohelied der Liebe“ (1 Kor 13,1-13) zu befassen, um diese wunderbaren Aus sagen des Apostels über das Zentralste unseres Glaubens wieder etwas für unser Leben fruchtbar werden zu lassen.
Ihr Dechant und Pfarrer Dr. Erich Linhardt
Darf ich mich vorstellen? Ich bin Paulus, der Apostel. Ihr habt bestimmt schon von mir gehört. Ich finde es schön und auch gerechtfertigt, dass Papst Benedikt XVI. mir zu Ehren ein „Paulusjahr“ ausgerufen
hat. Ich bin es zwar nicht wert, weil doch eigentlich Christus es ist, der in mir lebt. Aber trotzdem ist es eine gute Propaganda für meine Botschaft, die ich zu verkünden habe – und die ist ja genau Jesus, der Christus!
Mein Leben hat sich völlig verändert, seit ich Bekanntschaft mit Jesus, dem Auferstandenen, gemacht habe. Es hat mich wie der Blitz getroffen. Nicht, dass ihr glaubt, dass mich die damaligen
christlichen Führer wie Petrus oder Jakobus belehrt oder überzeugt hätten – nein, die habe ich ja verfolgt und wollte
sie vernichten. Gott selbst war es, der mich ergriffen hat.
Die so genannten „Säulen Jerusalems“, also die damaligen Wortführer und Oberbosse habe ich persönlich erst drei Jahre später kennen gelernt, aber so richtig warm geworden bin ich mit denen nicht. Nach 15 Tagen Jerusalem bin ich wieder abgezogen und habe entdeckt, dass Gott mit mir etwas ganz anderes vorhatte, als meine jüdischen Glaubensgeschwister zu überzeugen. Nein, für die Mission unter den Heiden hat der Allmächtige mich berufen. Sie hat er für das Evangelium bereit gemacht. Bei ihnen stieß ich auf offene Ohren und Herzen!
Das wiederum hat manchen meiner jüdischen
Glaubensbrüder gar nicht gefallen. Nach 14 Jahren haben sie mich zu einer Tagung vorgeladen, auf der die Frage erörtert
wurde, ob das Evangelium auch für die Heiden bestimmt ist. Sie wollten doch glatt, dass diese sich zuerst beschneiden lassen müssen, also zuerst jüdisch werden,
bevor sie Christen werden können. Das habe ich jedoch entschieden abgelehnt!
Als sie aber selbst sahen, mit welcher
Begeisterung die Botschaft bei den Heiden ankommt, erkannten auch sie das Wirken Gottes darin.
Nachdem Petrus und ich nicht unbedingt so gut miteinander arbeiten können (in Antiochia gab es später dann ja einen heftigen Zusammenstoß zwischen uns), haben wir uns unsere Aufgabengebiete einfach aufgeteilt: Petrus sollte sich um unsere jüdischen Glaubensgeschwister kümmern und ich die Botschaft im heidnischen
Volk verbreiten. Wir besiegelten dies mit Handschlag.
Wenn ihr glaubt, dass mein Leben einfach war, täuscht ihr euch. Getrieben vom Geist Gottes zog ich zuerst durch Kleinasien, später auch nach Europa. Die beschwerlichen
Reisen hinterließen ebenso ihre Spuren wie die Auseinandersetzungen mit meinen jüdischen Glaubensbrüdern und mit der römischen Obrigkeit. Gott sei Dank hatte ich immer wieder Männer und Frauen an meiner Seite, die mich unterstützten in meinem Auftrag. Ja, vor allem auch Frauen standen zu mir, die schon vor mir zu Christus gefunden hatten. Ein Frauenfeind bin ich wirklich nicht, wie mir immer nachgesagt wird! Vor allem Phöbe und Priska habe ich von Seiten der Frauen viel zu verdanken! Aber das könnt ihr ja in meinem Brief, den ich an die Römer geschrieben habe, nachlesen (im 16. Kapitel).
Wenn euch mein Werdegang näher interessiert,
dann lest einfach im Galaterbrief die ersten beiden Kapitel nach – vielleicht könnt ihr dann manches von mir besser verstehen.
Der Segen Gottes und die Liebe Jesu Christi seien mit euch allen!
Es grüßt euch – auch im Namen aller zu Jesus Gehörigen
Lesetipp zum Leben des Paulus (was er selbst über sich in seinen Briefen schreibt): Galaterbrief 1. und 2. Kapitel; Römerbrief 16. Kapitel
Ingrid Penner, Bibelwerk Linz

Wort des Pfarrers
In Liebe dienen
Thema
300 Jahre Josefskirche
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Der hl. Josef ist nicht nur der große Hörende, als den ihn die neue Statue auf dem Schlossberg zeigt, sondern - na türlich eine Folge des Hörens - der Sor gende und Dienende. Bei der Geburt Jesu und in dessen Kindheit ist der hl. Josef sehr, sehr oft als der gezeigt, der um ein geordnetes „Rundherum" bemüht ist.
Auf vielen Geburtsbildern bereitet er in einer Ecke Essen oder kümmert sich darum, dass es im Stall doch irgend wie wohnlich werden kann. Die apokry phen1) Schriften erzählen sogar davon, wie Josef, als die Entbindung naht, eine Hebamme sucht und schließlich auch fin det. Vor allem in den Weihnachtsbildern des Ostens sind immer auch die Hebam men zu sehen, bei uns ist das weniger bekannt. Auch auf anderen Bildern mit Szenen aus der Kindheitsgeschichte Jesu ist Josef als der Sorgende, die grundle genden Notwendigkeiten des alltäglichen Lebens Bereitende gezeigt. So auch auf dem Titelbild dieser Ausgabe, wo wir eine Darstellung mit der Bezeichnung „Ruhe auf der Flucht" sehen.
Der Mensch, der die alltäglichen kleinen aber ganz ganz wichtigen Dinge des Lebens für andere regelt. Wenn er ausfällt, bricht manches zusammen. Wir brauchen solche Frauen und Männer, die in großer Treue Tag für Tag unspektakulär das tun, was wir von ihnen selbstverständlich erwarten. Sie sind ein großer Segen für jede Gemeinschaft. Ihnen zu danken ist wichtig, aber es ist auch wichtig, ihnen zu sagen, dass sie nicht die Dummen sind, dass ohne sie viele Menschen viel weniger erfüllt leben würden, und vor allem auch ihr eigenes Leben in Wirklichkeit dadurch reicher wird.
Wenn w i r das be d e n k e n , fällt es uns l e i c h t e r, viele auch kleine un bedankte D i e n s t e t rotzdem in Liebe zu tun. Dann bringen sie nämlich, wie das Bei spiel des hl. Josef zeigt, für alle Beteilig ten noch mehr Frucht.
Es gibt keinen zu minderen Dienst. Wenn die Haltung, in der ich ihn tue, passt, ist er immer wertvoll. Die passende Haltung ist die Liebe.
Ihr Dechant und Pfarrer Dr. Erich Linhardt
Für unsere Pfarre Voitsberg geht nun ein besonderes Jubiläumsjahr zu Ende. Die 300-Jahr-Feier zur Wiederkehr des Weihetages der St. Josefskirche lässt uns mit Freude und Dankbarkeit Rückschau halten:
St. Josef, als Klosterkirche der Karmeliter erbaut und im Jahre 1708 vom damaligen Bischof Franz Anton Adolf Graf von Wagensperg geweiht, ist seit 1816 Stadtpfarrkirche von Voitsberg. Dem Anlass entsprechend war der Pfarrgemeinderat um ein würdiges Programm für das Jahr 2008 bemüht.
Begonnen wurde das Feierjahr am Sonntag, den 30. März mit dem Aufziehen der Fahne vor der Josefskirche bzw. vor dem Pfarrhof, um über das Jahr hindurch an das Jubiläum zu erinnern. Mit Unterstützung des Madrigalchores wurde das „Josefslied", ein Lied aus dem Jahr 1677, eingelernt und gesungen.
Am 29. April gab es für Interessierte die erste Bildungsfahrt zu den Pfarrkirchen der südlichen Steiermark, die, so wie unsere Kirche, dem hl. Josef geweiht sind. Mit großem Interesse lauschten wir den fachkundigen Führungen in den Kirchen von St. Josef in der Weststeiermark, Schwanberg, Fehring und St. Josef in Graz.
Als besonderen Beitrag zum Jubiläumsjahr zeichneten die Schüler der Voitsberger Pflichtschulen, unter Anleitung ihrer Religionslehrerinnen, die Josefskirche innen und außen. So konnte, mit ca 200 Zeichnungen, am Freitag, dem 20. Juni, in der Ganggalerie des Pfarrhofes zu Vernissage geladen werden. Die Bilder zierten in ihrer Farbenpracht über die ganzen Schulferien die Gänge des Pfarrhofes.
Ein erster musikalischer Höhepunkt was das Konzert der drei Voitsberger Chöre (Madrigalchor, Singgemeinschft und ÖDK-Männerchor) in der Josefskirche am Samstag, dem 21. Juni. Bei der anschließenden Agape im Klosterhof war so mancher musikalische Ohrenschmaus bis weit nach Mitternacht zu hören.
Am 6. Juli gab es die Familienwanderung zum Pfarranwesen „Josefbauer" im Katzbachgraben. Beim „Josefbauer", seit einem Grundtausch mit der Stadtgemeinde nun im Besitz der Pfarre, erwarteten uns Pächter und Vorpächter mit viel interessanten Details, dokumentiert auf Fotos, zum Umbau des Hauses und vor allem zum Bau des Bildstockes.
Anlässlich des Jubiläumsjahres wurde auf dem Schlossberg (auf dem Weg von der Stadt zur Burgruine) von der Stadtgemeinde, unter Bürgermeister Ernst Meixner, eine Josefstatue aufgestellt. Die vom Bildhauer Siegfried Burgstaller angefertigte Figur konnte am Samstag, 11. Oktober in der neu geschaffenen Arena am Schlossberg von Dechant Dr. Erich Linhardt gesegnet werden. Anschließend waren alle zu einer Agape auf den Schlossberg geladen.
Einen weiteren musikalischen Höhepunkt bescherte uns am 23. November das Kirchenkonzert „Hier brennt ein Licht" vom Jugendstreichorchester Fidelissimo und dem Solisten für Panflöte Wolfgang Niegelhell.
Am Dienstag, den 2. September wurde
bei einer feierlichen Abendmesse des Weihetages der Josefskiche vor genau 300 Jahren gedacht.
Den großen Festtag zum Kirchenjubiläum feierte die ganze Pfarrgemeinde am Sonntag, 7. September 2008, mit einer Festmesse in der Kirche und dem anschließenden gemütlichen Zusammensitzen im Pfarrgarten. Festprediger war Pater Michael Obermayr, Prior des Karmelitenklos-ters in Graz, war doch gerade dieser Orden maßgeblich am Bau der Kirche vor mehr als 300 Jahren beteiligt. Da die Karmeliter besonders den hl. Josef verehren, wurde die Kirche diesem Heiligen geweiht. Musikalisch gestaltete der Bezirksbäuerinnenchor, unter der Leitung von Gudrun Pressler, die Festmesse und im Pfarrgarten wurden die Besucher von der „Bauernkapelle Heimatklang" aus Edelschrott unterhalten.
Zum Abschluss dieses besonderen Jahres hörten wir am Sonntag (14.12.) noch das Adventkonzert des Madrigalchores mit Musikern der Werkskapelle Bauer.
Sehen wir es als besonderes Geschenk in diesem Jubiläumsjahr an, dass das Hochamt in der Josefskirche am 25. Dezember 2008 um 10.00 Uhr (Christtag) vom ORF-Radio österreichweit übertragen wird.
Ein Jubiläum mit vielen Festen, Vernissagen, Konzerten und anderen Veranstaltungen geht zu Ende. Der Pfarrgemeinderat bedankt sich bei allen Ideenlieferanten, Gestaltern, Helfern, Mitwirkenden, Geldgebern und vor allem bei den vielen, vielen Menschen, die die Veranstaltungen besucht haben, ohne die ein Fest nicht möglich wäre.
Waltraud Schirgi

Wort des Pfarrers
Keine Angst vor dem Tod
Thema
Vorbereitung auf das eigene Sterben
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Pfarrblatt 76
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Dem Tod, dem wir alle unausweichlich entgegengehen, nimmt man das Beängstigende, wenn man sich mit ihm bereits zu Lebzeiten befasst. Denn alles, was verdrängt wird, tritt dann um so schrecklicher ins Bewusstsein. Für uns Christen ist der Tod nicht die unwiderrufliche Zerstörung des Lebens, sondern Vollendung. Gott nimmt uns das Leben, um es ganz zu machen. Sterben ist Auf-gehoben-Werden mit dem Erreichen des Ziels, das Eintauchen in Vollendung, Frieden und Versöhnung. Von diesen Glaubenshaltungen her gesehen, ist es leichter, sich mit dem eigenen Tod zu befassen und ihn ins Leben zu integrieren, um ihm bereits jetzt den Schrecken zu nehmen.
In der Kirche am Wiener Zentralfried-hof, in der sogenannten „Karl-Lueger-Gedächtniskirche" - der bekannte Wiener Bürgermeister Karl Lueger (1844 - 1910) liegt dort bestattet - finden wir ein großartiges Altarbild. Großartig deswegen, weil das oben beschriebene Ziel des menschlichen Lebens so anschaulich gezeigt wird. Was sehen wir auf diesem Bild?
Im Zentrum der Darstellung sitzt Jesus, dessen Augen, so sagt man, auf jeden einzelnen gerichtet seien, der in die Kirche kommt und zu ihm hinschaut. Jesus
thront in der Mitte des Bildes mit weit ausgebreiteten Armen. In seinem Schoß birkt ein Pilger Oberkörper und Kopf.
Man sieht, dass der Weg dieses Menschen zu Ende, weil der Pilgerstab zerbrochen ist - er braucht ihn eben nicht mehr - und die Pilgerflasche, die sich
eigentlich am Körper befindet, am Boden
liegt.
Dieser Mensch, der für jeden von uns steht, hat sein Ziel erreicht, und das ist die bergende Liebe Gottes, in die er sich am Ende des Pilgerweges, einem Bild für unseren Lebensweg, hineinbegeben darf.
Wir sind alle auf ein großes Ziel hin unterwegs. Am Ende unserer irdischen Tage ist nicht nichts, sondern Gott, der uns erschaffen hat, wartet sehnsüchtig auf uns, um uns in seine Liebe auf Dauer einzuschließen und dadurch heil und ganz zu machen. Wir müssen es nur wollen und zulassen.
Ihr Dechant und Pfarrer Dr. Erich Linhardt
In früheren Jahrhunderten kannte man in der Spiritualität die „Kunst gut zu sterben“. Ein Bereich christlicher Frömmigkeit, der in letzter Zeit fast ganz verschwunden ist. Der emeritierte Grazer Univ. Prof. für Liturgie, Dr. Philipp Harnoncourt, lenkt in einem Beitrag die Aufmerksamkeit wieder auf diese so wichtige Haltung hin und nennt dabei folgende „Übungen zur Vorbereitung auf das eigene Sterben“
„Sammelt euch nicht Schätze...“ (Mt 6,19), „Verkauf, was du hast, und gib das Geld den Armen, ...“ (Mk 10,21). An vielen Stellen der Schrift wird davor gewarnt, sein Herz an Dinge dieser Welt zu klammern. Zeit unseres Lebens sollten wir eine Haltung einüben, Besitz und Vermögen „zu haben, als hätten wir sie nicht“ (vgl. 1 Kor 7,29f). Zur Übung gehört:
b.) Christus entgegenwachsen - Distanz zu sich selbst gewinnen
„Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen“ (Joh 3,30). Das ist nur möglich, wenn es gelingt, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen. Um die Haltung der Selbst-Bescheidung zu erwerben, sind ebenfalls Einsichten zu gewinnen und Einübungen vonnöten:
„Lasst die Sonne niemals untergehen über eurem Zorn!“ (Eph 4,26). Diese Gesinnung wird nur möglich sein, wenn man lernt, auf eigenes Recht auch verzichten zu können, und zwar ohne etwas nachzutragen, und „zu-Frieden“ zu sein, im ganz wörtlichen Sinn, also nicht aus Faulheit oder Bequemlichkeit, sondern durchaus auch mit Leidenschaft: „Suche den Frieden und jage ihm nach!“ (Ps 34,15; 1 Petr 3,11). Wir dürfen von Gott nur soviel Vergebung erwarten, als wir auch selbst bereit sind, Vergebung zu schenken (vgl. Mt 6,14), Auch diese Haltung muß eingeübt werden:
Um vom Tod nicht gänzlich unvorbereitet überrascht zu werden, soll man dem eigenen Sterben immer wieder ganz bewusst entgegensehen. Wenn der hl. Franziskus im Sonnengesang von „unserem Bruder, dem leiblichen Tod“ spricht, so drückt sich darin eine vertraute Nähe aus, die nur dem bewussten und regelmäßigen Hinsehen und Kennenlernen entspringen kann. Für dieses Kennenlernen hat besonders die Begleitung anderer in Krankheit und Sterben große Bedeutung. Es gibt aber viele geradezu klassische Orte der Besinnung auf den eigenen Tod, die in der christlichen Tradition, teilweise aber auch in der allgemein menschlichen Kultur und in verschiedenen Volkskulturen verwurzelt sind.
Univ. Prof. Dr. Philipp Harnoncourt

Wort des Pfarrers
Die Josefskirche
Thema
Bischof Franz Anton Adolf Graf von Wagensperg (1675-1723)
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Pfarrblatt 75
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Aus Anlass der Feier der 300. Wiederkehr des Weihetages einige Anmerkungen und Daten zum Gotteshaus.
ls die Karmeliten im Jahre 1395 auf Initiative von Friedrich von Hanau nach Voitsberg kamen, um hier eine Niederlassung zu gründen, übergab der Burgherr von Obervoitsberg das zu dieser Zeit bestehende Bürgerspital als Klostergebäude. Zum Bürgerspital gehörte auch eine 1299 erstmals erwähnte und der hl. Elisabeth geweihte Kapelle, die dann für Jahrhunderte das Gotteshaus des Klosters war. Diese Elisabethkapelle war damals bereits der dritte Sakralbau in Voitsberg nach der 1103 genannten Margarethenkirche und der 1268 fertiggestellten Michaelskirche. ls gegen Ende des 17. Jahrhunderts von den Karmeliten ein Neubau des Klosters begonnen wurde, war natürlich auch ein neuer großer Kirchenbau mitgeplant. Im Jahre 1690 wurde mit der Errichtung der Kirche angefangen und 1708 war der im Barockstil ausgeführte Bau fertiggestellt, so dass am 2. September 1708 der damalige Seckauer Bischof Franz Anton Adolf Graf von Wagensperg das Gotteshaus weihen konnte. Die Familie des Bischofs besaß bereits seit 1633 das hiesige Schloss Greißenegg. Dort verbrachte der Bischof auch seinen Urlaub, als er am 31. August 1723 verstarb und in der an die Josefskirche angebauten Loretokapelle beigesetzt wurde. ie neue Kirche des Karmelitenklosters wurde nicht wieder der hl. Elisabeth geweiht, sondern dem hl. Josef, dessen Verehrung besonders durch die Karmeliten sehr gefördert wurde. ach der Baufertigstellung und der Weihe erfolgte sukzessive die Einrichtung des Gotteshauses. Den Hochaltaraufbau mit den überlebensgroßen Statuen der (von links) hl. Teresa von Avila, hl. Elias, hl. Elisäus und hl. Maria Magdalena von Pazzi schuf nach Dehio um das Jahr 1711 Marx Schokotnigg. Franz Karl Rempp malte das Hochaltarbild, das den Tod des hl. Josefs zeigt. Die großen Wandbilder, die Szenen aus dem Leben des hl. Josef darstellen, sollen um 1760 gemalt worden sein. Auch die vier Seitenaltäre und der im Altarraum stehende sogenannte Kredenzaltar stammen aus dem 1. Drittel des 17. Jh.s bzw. der Zeit um 1760. Das jetzige Altarbild des Kredenzaltares ist das Hochaltarbild aus der 1890 abgetragenen Margarethenkirche. Die Kanzel wurde 1732 gefasst. m Zuge der letzten Restaurierung 1985 erhielt die Kirche Volksaltar und Ambo; 1987 wurde die von der Oberösterreichischen Orgelbauanstalt neu verfertigte Orgel geweiht und 1999 kamen die neuen Glocken in den Dachreiter; die ehemaligen waren bereits 1942 für Kriegszwecke abgeliefert worden. as Karmelitenkloster war 1812 aufgehoben worden. Die Patres, denen seit der Reformationszeit auch die Pfarrseelsorge übertragen war, mussten Voitsberg verlassen. Die Pfarre wurde wieder Weltpriestern übergeben, und im Zuge dieser Neuordnung wurde ein Teil des ehemaligen Klosters zum Pfarrhof bestimmt und 1816 die Josefskirche zur Stadtpfarrkirche erhoben, wodurch man auch den alten Streit um die Pfarrkirchenrechte zwischen der Margarethenkirche und der Michaelskirche beendet.
Ihr Dechant und Pfarrer Dr. Erich Linhardt
Konsekrator*) der Voitsberger Josefskirche
1712-1723 Fürstbischof von Chiemsee
Franz Anton Adolf von Wagensperg
Wagenspergs Seckauer Amtszeit war bis 1711 von wiederholten Einfällen der Kuruzzen belastet. Außerdem wütete seit 1710 mehrere Jahre lang die Pest. Wagensperg griff als erster Seckauer Bischof ordnend in den Kirchenbau ein. Er schrieb vor, dass nur erfahrene Baumeister herangezogen werden dürften und die Kirchenbaupläne dem Konsistorium zur Überprüfung eingereicht werden müssten. 1705 legte er den Grundstein zum Kapuzinerkloster in Knittelfeld.
Schon als Fürstbischof von Seckau stieg Wagensperg auch in Salzburg auf. Seit 1699 Konsistorialrat, wurde er 1703 salzburgischer Geheimer Rat. Am 18. Februar 1712 nominierte Erzbischof Franz Anton Reichsgraf von Harrach ihn zum Fürstbischof von Chiemsee. Die Installation erfolgte am 25. Juli 1712. Im gleichen Jahr wurde Wagensperg Präsident der Hofkammer und Statthalter in Salzburg.
1713 hielt er in St. Johann in Tirol eine Diözesansynode ab, die die Beschlüsse der Synode von 1709 bestätigte und diesen einige neue hinzufügte. Wagensperg visitierte 1715 das Augustiner-Chorherrenstift Herrenchiemsee. Im gleichen Jahr verkaufte er aus dem Bistumsbesitz das Gut Voregger Au in Oberalm bei Salzburg; hingegen erwarb er 1722 die beiden Adelssitze Kammer und Prielau. Wagensperg galt als besonders mildtätig und glaubenseifrig. Er katechisierte und predigte zum Teil persönlich. Wagensperg starb am 31. August 1723 während eines Besuches auf dem seiner Familie gehörenden Schloss Greißenegg in Voitsberg und wurde in der dortigen Karmelitenkirche (Josefskirche) beigesetzt.
Beitrag von Erwin Naimer in: Michaela Kronthaler (Hg.), Lebensbilder steirischer Bischöfe, Graz 2002, Seite 101 f.
wurde am 22. Februar 1675 zu Graz als Sohn des kaiserlichen Geheimen Rates, Kämmerers und Statthalters von Inner-österreich, Johann Balthasar von Wagensperg, aus dessen erster Ehe mit Juliana Elisabeth Gräfin von Dietrichstein geboren. Er hatte zwei Brüder und zwei Schwestern. Davon trat Sigmund Rudolf in den Dienst des Kaisers und wurde 1730 Landeshauptmann der Steiermark. Wagensperg studierte in Graz und in Rom. 1690 wurde er in Salzburg als Domkapitular aufgeschworen. Am 2. Februar 1700 feierte er in Graz seine Primiz, und bereits 1702 verlieh ihm der Salzburger Erzbischof Johann Ernst von Thun das Salzburger Eigenbistum Seckau und ernannte ihn zum Generalvikar für den steirischen Anteil der Erzdiözese Salzburg. Die Bischofsweihe empfing Wagensperg von dem gerade in Salzburg anwesenden Warschauer Nuntius Francesco Pignatelli.
*) von lat. consecrare: weihen, heiligen
1702-1712 Fürstbischof von Seckau und Salzburger Generalvikar für den steirischen Anteil der Erzdiözese und den Neustädter Distrikt© Dekanat Voitsberg 2006, 2007 - Letzte Aktualisierung dieser Seite am 24. 10. 2008